Die Sitzplätze auf dem Marktplatz füllten sich zusehends, von der Ralf-Kleefuß-Band schallte die Liedzeile „Wie es auch kommt, wir schau‘n nach vorn“ über den Platz.

Nach vorn schaut auch der Marketing Engen-Verein (MEV), der, zusammen mit dem Touristik-Verein, als Ersatz für das Sommerkonzert zu einem Musik-Shopping-Abend in die Altstadt lud. Es war die erste größere Veranstaltung nach Lockerung der Corona-Maßgaben, eine zweite Auflage ist für den 5. September geplant.

„Herrlich, wieder mal unter die Leute gehen zu können“

„Es ist herrlich, wieder mal unter die Leute gehen zu können“, genoss Alexandra Frank aus Ehingen die Gesellschaft. Wenn in Engen was los ist, sei sie dabei. Doris Metzger aus Schlatt hatte sich richtig auf diesen Abend gefreut: „Die Stadt hat einfach Flair und es tut gut, hier unter freiem Himmel zu sitzen.“

Vor Corona habe sie Respekt, aber das Hygienekonzept sei sehr gut. Die eingeschränkte Besucherzahl fand sie sehr angenehm, denn normalerweise wäre es knackevoll.

Das Wetter spielt mit: Der Engener Marktplatz, wo auch die Ralf-Kleefuß-Band mit Musik unterhält, ist gut besucht.
Das Wetter spielt mit: Der Engener Marktplatz, wo auch die Ralf-Kleefuß-Band mit Musik unterhält, ist gut besucht. | Bild: Christel Rossner

Beate Baum als Vorsitzende des MEV erinnerte im Gespräch mit dem SÜDKURIER an das Sommerfest auf dem Campingplatz Sonnental, die 220 Besucher seien ein Zeichen dafür, dass die Leute nach Veranstaltungen lechzen.

Um ein gesellschaftliches Erlebnis mit einem Einkaufsbummel zur Unterstützung des Handels zu verbinden, war die Idee entstanden, einen musikalischen Shopping-Abend zu veranstalten. Das war ganz im Sinne der Stadt, denn wie Beate Baum sagte: „Was wäre Engen ohne Läden und Gastronomie?“

Unterstützung für den örtlichen Handel

Rolf Broszio vom Touristikverein schloss sich an: „Auch wenn die Personenzahl begrenzt ist, wir möchten dazu beitragen, dass die Geschäfte über die Runden kommen.“

So wie viele andere Ladeninhaber öffnete auch Ulla Blocher von Ulla‘s Stoffideen von 17 bis 20 Uhr. Sie freute sich über jeden, der in ihr Geschäft kam: „Auch wenn ich nichts verkaufe, aber die Leute kommen in die Stadt und sehen, was hier in Engen alles angeboten wird“, blickt sie trotz Einbußen zuversichtlich nach vorn.

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Durch die Schließung während des Lockdowns seien auch die Nähkurse weggefallen, die Zeit konnte Schneiderin Ulla Blocher aber mit Änderungen und Reparaturen überbrücken. Die Maskenpflicht sei für sie ein Glück gewesen, denn viele Leute hätten selber genäht und Stoff gekauft.

„Wir waren überrascht, dass Engen so ein großer Anziehungspunkt ist“

Vor dem Natur- und Feinkostgeschäft Pestalozzi Bio und Gusto am Schillerplatz waren draußen die Tische einladend gedeckt, mit Einbruch der Dämmerung füllten sich die Plätze. „Seit der Übernahme im Januar 2019 haben wir an allen Veranstaltungen vom Ostermarkt bis zum Weihnachtsmarkt teilgenommen“, denkt Geschäftsführer Andreas Reine schon daran, bei der nächsten Veranstaltung selbst einen Programmpunkt beizusteuern.

Womit das Team aus dem Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf in Wahlwies gar nicht gerechnet hatte: „Wir waren überrascht, dass Engen so ein großer Anziehungspunkt ist“, sagte Andreas Reine.