Höhere Kosten schmälern das Haushaltsergebnis in der sonst so wohlhabenden Stadt Engen für 2022. Es bleibt allerdings positiv. So wird es aber aller Voraussicht nach nicht bleiben. Kämmerin Katja Muscheler rechnet für 2024 und 2025 nach aktuellem Stand mit negativen Ergebnissen. Deshalb müssen die Ausgaben der Stadt in den kommenden Jahren reduziert werden.

Seit der ersten Vorstellung des Haushaltsplanentwurfs für 2022 im vergangenen Dezember haben sich durch die Kostensteigerungen einige Änderungen ergeben. Diese stellte die Kämmerin aktuell im Gemeinderat vor.

Manche Posten sind teurer als gedacht

Während Muscheler im Dezember noch von einem ordentlichen Ergebnis von rund 415.000 Euro ausgegangen war, musste sie dieses im Januar auf rund 278.000 Euro herunterkorrigieren. So musste beispielsweise der Ansatz für die Versicherungsprämien um 10.000 Euro erhöht werden.

Um 9000 Euro steigen die Kosten für die notwendige Verkehrsausstattung. Am meisten mussten die Ansätze bei Anschlussunterbringungen für Flüchtlinge mit zusätzlichen 100.000 Euro für Wohnungsmieten angehoben werden. Der Finanzmittelbedarf stieg seit dem ersten Entwurf um rund 139.000 Euro auf jetzt gut 4,1 Millionen Euro.

Engen investiert weniger

Dagegen fällt das Ergebnis für Investitionen laut dem Januar-Entwurf um 333.000 Euro besser aus als gedacht. Geplant sind jetzt Ausgaben in Höhe von 5.083.000 Euro. Dass weniger ausgegeben werden muss, dazu habe unter anderem ein günstigeres Angebot für einen Einsatzleitwagen der Feuerwehr beigetragen. Auch Verschiebungen auf das kommende Jahr und Verschiebungen zwischen den Haushaltsposten seien ein Grund.

Zum Jahresende 2021 betrug der Bestand an Finanzmitteln 19,7 Millionen Euro. Das sind rund zwei Millionen weniger als im Dezember-Entwurf. Die Hauptursache für das stärker gesunkene Finanzpolster sei, so Muscheler, dass die Verwaltung 2021 noch möglichst viele Projekte abwickeln wollte, um die geplanten Kosten für dieses Jahr halten zu können.

Fonds spülen deutlich weniger in die Kassen

Deutlich geringer als gedacht, fiel der Mittelabfluss für das vergangene Jahr aus. Geplant war ein Abfluss von über neun Millionen Euro, tatsächlich waren es nur 4,4 Millionen Euro.

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Immer wieder hatte Kämmerin Katja Muscheler darauf hingewiesen, dass die Ansätze genau kalkuliert werden müssen und nur Maßnahmen eingeplant werden sollen, die auch tatsächlich im Haushaltsjahr umgesetzt werden. Nur so sei eine solide Finanz-Planung möglich.

Haushalt muss in den kommenden Jahren angepasst werden

Für das Ende des Planungszeitraums 2025 geht die Kämmerei von Finanzmitteln in Höhe von rund acht Millionen Euro aus. Das bedeutet, dass keine Kredite aufgenommen werden müssten. Allerdings hatte sich die Stadt Engen in den vergangenes Jahr selbst eine Untergrenze von zehn Millionen Euro auferlegt.

Für 2024 und 2025 geht Katja Muscheler von negativen ordentlichen Ergebnissen aus, weshalb in den kommenden Jahren weitere Anpassungen notwendig seien. Die Summe der Verpflichtungsermächtigungen für Investitionen, die erst in 2023 zum Tragen kommen, ist mit gut 11 Millionen Euro hoch. Der Haushalt soll in der Gemeinderatssitzung am 1. Februar beschlossen werden.