Im kommenden Jahr ist viel los in Engen. Das zeigt der Terminkalender, der im Rahmen des Vereinsforums vorgestellt wurde. So begeht der TV Engen sein 175-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen übers Jahr verteilt, die Petersfelstage sollen wieder stattfinden, Ausstellungen, Konzerte und Vorträge sind geplant. Dabei ist der Terminkalender noch längst nicht vollständig: Viele Vereine warten noch die Entwicklung der aktuellen Lage aufgrund der Corona-Pandemie ab.

Traditionell wird bei dem Forum ein Verein vorgestellt. In diesem Jahr war es „Unser buntes Engen“. Ajmal Farman, Vorsitzender, gab im Wechsel mit der Integrationsbeauftragten, Lisa Hensler, einen Überblick über die Geschichte und Aktivitäten des Vereins. Gegründet 2014 als Initiative „Helferkreis Asyl“, war die Arbeit der Mitglieder in den Jahren 2015/2016 stark gefragt.

Internationalität in Engen verbreitet

„Wir wollten eine Brücke zwischen den neuen Einwohnern der Stadt Engen und den Alteingesessenen schlagen“, erläuterte Farman. „Wir waren also gut vorbereitet, als im Frühjahr 2015 die ersten Bewohner der Unterkunft Badischer Hof begrüßt wurden“. Besonders auf den Spracherwerb sei ein Fokus gelegt worden. „Die Verständigung sollte vorangetrieben werden“, so der Vorsitzende. Außerdem entstanden zahlreiche Hilfsangebote wie die Kleiderkammer, die Fahrradwerkstatt, Patenschaften und Spielenachmittage.

Zusammen mit dem damaligen Integrationsbeauftragten David Chakoura entstand die Idee zu den Länderabenden. „Internationalität ist in Engen verankert“, so Farman. Über 70 Nationen seien hier vertreten. „Mit den Länderabenden sollten Plattformen zum Austausch entstehen“. 2017 und 2018 wurden 17 Länderabende durchgeführt, 27 Engener mit Migrationshintergrund in einer Ausstellung und dem Buch „Unser Buntes Engen“ vorgestellt. Damit gewann man den ersten Preis im Wettbewerb „Kommune bewegt die Welt“. Um die Aktivitäten weiterzuführen, wurde Anfang 2020 der Verein „Unser buntes Engen eingetragen.

Impftermine für die älteren Mitbürger

„Wir wollten eine zentrale Anlaufstelle in der Stadt für alle Engener sein“, erklärt Ajmal Farman. „Der Verein will kulturübergreifend und gesamtgesellschaftlich arbeiten“, ergänzte die Integrationsbeauftragte Lisa Hensler. Der Vereinssitz Engener Brücke in der Altstadt öffnete im September 2020. Mit dem Lockdown ab Oktober fanden die Mitglieder eine wichtige Aufgabe: Es wurden Impftermine besonders für die älteren Mitbürger organisiert. Als Netzwerk zwischen Vereinen, Verwaltung und (Neu-)Bürgern versteht sich der Verein mittlerweile. So sollen künftig Angebote und ein Veranstaltungskalender von Bürgern und Vereinen in einer Datenbank gespeichert werden.

„Wir wollen Angebote ihrer Vereine transparent machen und eine Zusammenarbeit mit allen Engener Vereinen auf die Beine stellen“, sagte Farman. Dabei soll auch die App Integreat helfen, über die Integrationsbeauftragte können entsprechende Angebote dort eingetragen werden.

Stadt sucht Wohnraum für die Anschlussunterbringung

Auch künftig wird der Verein Arbeit haben. Wie Bürgermeister Johannes Moser betonte, ist mit einer weiteren Zuweisung von Flüchtlingen und Migranten zu rechnen. Die Stadt suche daher dringend Wohnraum zur Anmietung für die Anschlussunterbringung.