„Seit dem Jahr 2011 unternehmen wir jedes Jahr eine große USA-Reise. Schon die Vorbereitungen, die Planung der Flüge, der Route, der einzelnen Stationen und der Hotels, gehören für mich zum Urlaub dazu. Wegen Corona mussten wir unsere Reise stornieren. Wir sind zu Hause geblieben, denn für diese Reise gibt es keine Alternative, die uns glücklich macht“, erzählt Ilona Grudda.

Das Reisen war für Ilona Grudda viele Jahre lang nicht in Frage gekommen. Außer ihrer Hochzeitsreise war sie nie im Urlaub. „Als Jugendliche hatte ich immer Sorge, dass ich im Urlaub Heimweh bekommen könnte“, erzählt sie, zuckt die Schultern und lacht. Als sie dann verheiratet war und kleine Kinder hatte, empfand sie den Gedanken zu verreisen, als stressig. Zudem wollte sie ihren Hund nicht für die Urlaubszeit in fremde Hände geben. Allerdings hatte sie seit ihrer Kindheit einen Wunsch: Eine Reise in die USA.

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Im Jahr 2011 war es dann so weit. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem jüngeren Sohn bereiste sie zum ersten Mal die USA, hat sich sofort in das Land verliebt, so dass sie am liebsten gar nicht mehr in ihre Heimat, das beschauliche Engen, zurückgekehrt wäre. Seit der Zeit heißt es für Familie Grudda jedes Jahr: Reiseziel USA.

„Es ist ja nicht nur der Urlaub, sondern schon die Planung, die für mich toll ist“, erzählt sie. Zuerst legen wir als Familie den Zeitraum fest, dann die grobe Route. Wo wollen wir hin? Welche Teilziele haben wir, wo wollen wir gegebenenfalls länger bleiben? Was hat uns bei vergangenen Reisen so gut gefallen, dass wir es noch einmal in unsere Route einfließen lassen wollen? Und ab diesem Zeitpunkt obliegt die komplette weitere Planung mir“, berichtet sie. Die Flüge bucht sie über ein Reisebüro, alles andere in wochenlanger, akribischer Planung über das Internet. „Wenn wir reisen, sind wir sehr anspruchsvoll, wir wollen nichts dem Zufall überlassen, um keine Enttäuschungen zu erleben. Stundenlang recherchiere ich und lese Unmengen von Rezensionen über Hotels. Aber das ist keine Arbeit für mich, sondern macht mir totalen Spaß.“ Augenzwinkernd fügt sie hinzu: „Und ich schreibe Listen, viele und lange Listen, weil alles durchgeplant ist. Für diese Listen bin ich in meiner Familie schon berühmt-berüchtigt.“

Hoffen auf 2021

In dem zwei- bis dreiwöchigen Urlaub legt die Familie jeweils gut 4000 Meilen mit dem Mietwagen zurück und achtet stets darauf, dass es pro Tag möglichst nicht mehr als vier bis fünf Stunden Autofahrt bis zum nächsten Etappenziel sind. „So zu Reisen ist herrlich.“, schwärmt Ilona Grudda. „Du fährst durch die unterschiedlichsten Landschaften und lernst unterschiedliche Kulturen kennen. Es ist, als seist du innerhalb kürzester Zeit in einer anderen Welt. Wir sind jedes Mal aufs Neue begeistert, was wir alles in relativ kurzer Zeit erleben.“ Der Urlaub ist für die Familie das Highlight des Jahres, erklärt Ilona Grudda: „Wenn wir in Amerika sind, ist es, als würde die Zeit stehen bleiben, alles ist geplant, ich brauche mir um nichts Gedanken zu machen, kann jeden Tag so, wie er kommt, genießen, fühle mich frei.“ In diesem Jahr sollte es unter anderem nach Chicago und Las Vegas gehen. Sogar die Tickets für eine Show hatte die Familie schon im Vorwege gebucht. Dann kam der Lockdown, der Einreise-Stopp in die USA und der Traum vom Urlaub zerplatzte wie eine Seifenblase. „Wir vermissen das Urlaubserlebnis zwar total, hoffen aber, dass wir den Trip im nächsten Jahr nachholen können. Bis dahin gibt es hoffentlich eine Impfung gegen Covid-19“, hofft sie.

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Einen Teil des nicht verwendeten Urlaubsbudgets hat Familie Grudda in den eigenen Garten investiert. Und anstatt in den USA, haben sie im Umkreis von Engen gemeinsam mit dem Enkelkind Kurztrips unternommen. Und nun heißt es Daumendrücken, dass es im Jahr 2021 wieder nach Amerika gehen kann.

Zur Serie: Schwarzwald statt Schweden, Bergisches Land statt Bali, Allgäu statt Australien? Der SÜDKURIER hat sich umgehört, wie die Menschen im Hegau ihre Ferien verbracht haben und stellt einige von ihnen vor.

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