Nach der Wahl kommt die offizielle Verpflichtung ins Amt. Die dritte Wiederwahl als Bürgermeister könnte vermuten lassen, dass Verpflichtung und Einführung eher Formsache sind. Dass ein solch formaler Punkt gerade aufgrund der langen Amtszeit zu einem besonderen Anlass werden kann, machte stattdessen die Amtseinführung von Johannes Moser im Rahmen der Gemeinderatssitzung deutlich.

Lob und Motivation

Als Johannes Moser vor 24 Jahren das erste Mal für das Engener Bürgermeisteramt kandidierte, sei er nicht unbedingt begeistert gewesen, gab Jürgen Waldschütz, CDU-Stadtrat mit 40 Jahren Erfahrung in seiner Verpflichtungsrede zu verstehen. Umso mehr lobte er den Engener Schultes für seine Arbeit, die er seit dem geleistet hat. Besonders hob er die konstruktive Zusammenarbeit dem Gemeinderat hervor. Dass er in 40 Jahren als Gemeinderatsmitglied gerade einmal zwei Bürgermeister erlebt hat, sei schon etwas Besonderes, so der CDU-Fraktionssprecher. Neben der Verpflichtungsformel, die Waldschütz dem neuen und alten Bürgermeister abnahm, motivierte er diesen zusätzlich für seine neue Amtszeit: „Es gibt noch so viel Arbeit in Engen und wir brauchen Sie dazu.“

Ellbogen-Check nach der vierten Verpflichtung für das Bürgermeister-Amt in Engen: Der wiedergewählte Johannes Moser (links) und der dienstälteste Stadtrat Jürgen Waldschütz, der die Verpflichtung im Gemeinderat vornahm.
Ellbogen-Check nach der vierten Verpflichtung für das Bürgermeister-Amt in Engen: Der wiedergewählte Johannes Moser (links) und der dienstälteste Stadtrat Jürgen Waldschütz, der die Verpflichtung im Gemeinderat vornahm. | Bild: Kerle, Helene

„Eine bärenstarke Position“

Zahlreiche Vetreter aus der regionalen Politik, Wirtschaft und Kultur waren zu dem feierlichen Anlass in die Engener Stadthalle gekommen. Als Zeichen der besonderen Wertschätzung übernahm Guido Wolf, Minister für Justiz und Europa im Kabinett Kretschmann, die Amtseinführung. „Für eine Amtseinführung muss kein Minister kommen – aber verboten ist es auch nicht“, gab Wolf spitzbübisch zu verstehen und legte auch sogleich dar, warum Johannes Moser diesen Besuch mehr als verdient hat: „Wenn man zum vierten Mal zur Wahl steht und immer noch mit 97,4 Prozent gewählt wird, dann hat Vieles funktioniert.“ Wolf, der selbst in den Neunziger Jahren erster Bürgermeister in Nürtingen war, betonte die Stärke der Kommunalpolitik in Deutschland. Er bewundere und beneide Moser ein wenig, denn: „Auf kommunaler Ebene gelingt es immer wieder sachpolitische Entscheidungen zu treffen.“ Als Bürgermeister habe man in Baden-Württemberg eine „bärenstarke Position“, so Wolf, gleichzeitig erfordere dieses Amt, dass man mit Leidenschaft sei.

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Moser betont die Stärke des Teams

„Es ist ein außergewöhnliches und schönes Ereignis, dass Sie zur Amtseinführung vom Bürgermeister einer kleinen Stadt kommen“, bedankte sich Johannes Moser beim Minister. Zugleich betonte er dass das bisher Geleistete nur im Team gelingen konnte. Für die Zukunft, so Moser, wünsche er sich insbesondere einen offenen Diskurs, der Verschwörungstheorien, wie sie derzeit alltäglich in Erscheinung treten, keine Chance lasse.

Guido Wolf, Minister für Justiz und Europa in Baden-Württemberg, ließ es sich nicht nehmen die Rede zur Amtseinführung von Johannes Moser zu halten.
Guido Wolf, Minister für Justiz und Europa in Baden-Württemberg, ließ es sich nicht nehmen die Rede zur Amtseinführung von Johannes Moser zu halten. | Bild: Kerle, Helene

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