Das Engener Museum ist nicht riesig und die Stadt keine Metropole – und doch weht immer wieder ein Hauch Großstadt durch die Gassen der Altstadt. Dann nämlich, wenn Museumsleiter Velten Wagner von langer Hand eine Ausstellung komponiert hat, zu der es die Menschen bis weit über die Region hinaus nach Engen zieht. 

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Zuletzt vermochte das die Sonderausstellung „Ida Kerkovius – Im Herzen der Farbe“ im Jahr 2017, die nicht nur die Besucher des Museums begeisterte, sondern auch im Feuilleton großen Anklang fand. Derzeit bringt Velten Wagner eine neue Sonderausstellung auf den Weg, über deren Planungsstand er kürzlich den Gemeinderat von Engen informierte.

Werke von 1914 bis 1925

„Himmel und Hölle. Der deutsche Expressionismus um 1918“, so lautet der Titel der neuen Sonderausstellung, die ab 1. März zu sehen ist. Über 100 Werke von 30 Künstlern sollen das Spannungsfeld dieser Zeit um den Ersten Weltkrieg zeigen.

Die Jahre von 1914 bis 1925 seien einerseits durch viel Idealismus geprägt gewesen, durch die Konstituierung der Weimarer Republik und durch große Utopien, die dann aber in die Nüchternheit abgerutscht seien, umriss Wagner den geschichtlichen Hintergrund der Ausstellung.

Ein Spiegelbild der Zeit

Die künstlerischen Visionen pendelten zwischen den Extremen „Hölle und Paradies“ und seien so ein Spiegelbild ihrer Zeit. Die Kunstwerke kommen von zehn Leihgebern. „Wir haben de facto nichts zu bieten im Tausch für die Leihgaben“, gab Wagner zu verstehen. Engen profitiert hier vom guten Ruf der bisherigen Ausstellungen.

Stadtrat Jürgen Waldschütz (CDU) wollte vom Museumsleiter wissen, wie die Idee zu einer solchen Ausstellung entsteht. Wagner erläuterte, dass er die Idee bereits vor fünf Jahren hatte und seitdem Stück für Stück an der Konzeption und Umsetzung arbeite.

Ausstellung auch in Hofheim

„Es ist viel zu schade, so ein Konzept nur einmal zu machen“, sagte Bürgermeister Johannes Moser nach der Vorstellung der Pläne. Deshalb wird die Ausstellung nach Engen auch noch im Stadtmuseum Hofheim zu sehen sein. Eine solche Kooperation gab es bereits bei der Kerkovius-Ausstellung.

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Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 73 610 Euro, während mit Einnahmen von 34 000 Euro gerechnet wird. Eine gewisse finanzielle Entlastung wird es durch die Übernahme der Ausstellung nach Hofheim geben. Die 10 000 bis 15 000 Euro hieraus möchte Wagner auch für zusätzliches Marketing nutzen, gab Museumsleiter Wagner auf Nachfrage von UWV-Rätin Ines Lutz zu verstehen.

Mit lokalen Gastronomen sprechen

Ines Lutz plädierte außerdem dafür, dass für die Ausstellung mit dem Tourismus-Verein Engen sowie der lokalen Gastronomie zusammengearbeitet werde, damit die Museumsbesucher auch noch weitere Angebote in der Stadt wahrnehmen. Museumsleiter Velten Wagner versprach, dass hier Gespräche, gerade auch mit den benachbarten Gastronomen stattfinden würden.