Engen – Auf zehn Jahre Bestehen kann das Gymnasium Engen dieses Jahr zurückblicken. Das ist zwar noch kein Jubiläum, denkt man aber an die damaligen Startprobleme, ist diese erreichte Marke schon eine kleine Feier wert. In Verbindung mit einem Schulfest wurde der runde Geburtstag jedenfalls zünftig begangen. Fast alle, die dazu beigetragen hatten, ein Gymnasium in Engen einzurichten oder die ersten schweren Schritte des Gymnasiums gemeinsam mitgegangen waren, nutzten die Gelegenheit mitzufeiern, sich über die positive Entwicklung zu informieren und zu freuen.

Es war dem Direktor Thomas Umbscheiden vorbehalten, in seiner Begrüßung der Stadt Engen, ihrer Verwaltung und dem Gemeinderat "für den Mut zu danken, das Wagnis eines Gymnasiums mit all seinen Folgen zu wagen und uns so ein wunderschönes Gebäude zu schaffen." Aber beim Rückblick auf zehn Jahre sei es auch nötig und er tue es besonders gerne, "nicht nur dem Schulträger zu danken, sondern allen am Schulleben Beteiligten, sowie den Personen und Institutionen, die uns begleiteten und unterstützen bei unserer pädagogischen Arbeit", betonte der Direktor. Besonders hob er in seinem großen Dankeschön die Frauen und Männer der ersten Stunde, hervor, "die für einen Start der damals nur auf dem Papier bestehenden Einrichtung sorgten, oder später in Provisorien unterrichteten und Unterricht darin organsierten." Sie hätten dafür gesorgt, "dass unser Gymnasium überaus geschätzt wird und ihm großes Vertrauen und Anerkennung entgegengebracht wird."

An die ersten Versuche in Engen ein Gymnasium zu bekommen, erinnerte Bürgermeister Johannes Moser. "Sie reichen zurück bis in das Jahr 1967 und waren kurioserweise ein Anliegen des damaligen Oberbürgermeisters von Singen", wusste Moser. "Er hatte seinerzeit wohl kein Geld für ein neues Gebäude", vermutete der Bürgermeister scherzhaft. Es habe noch einige weitere Versuche im Laufe der Jahre gegeben, die aber alle abgelehnt wurden. Erst nach einer erneuten Eingabe im Jahr 2001 erhielt Engen eine Chance. "Nach langem hin und her, zähen Verhandlungen und vielen Statistiken sowie der Fürsprache der damaligen Landtagsabgeordnete Veronika Netzhammer, gab die Kultusministerin Schavan grünes Licht. "Doch der erste Versuch, genügend Schüler zu bekommen, ging voll daneben, wir wurden enttäuscht", erklärte Johannes Moser. "Wir bekamen sogar einen zweiten Versuch und der gelang überzeugend. Wir konnten jubeln, was wir ausgiebig taten", erinnerte er sich noch gerne. Unterstützt wurde die ganze Angelegenheit damals von einer Initiative, die sich für ein Gymnasium in Engen engagierte. Peter Pütz war einer der kreativen und tatkräftigen Mitstreiter. Er hat dann nach der Einrichtung des Gymnasiums, aus dem Unterstützungsverein die "Initiative Bildungsstandort Engen" gemach, die heute noch das Bildungszentrum aktiv unterstützt.

Ganz großen Dank und Anerkennung beim fröhlichen Rückblick auf fast ein Jahrhundertereignis, erhielten natürlich Stadtbaumeister Matthäus Distler, für ein gelungenes und nahezu einmalig schönes Gebäude, die ersten kommissarischen Schulleiter Reinhard Stiefel und Dieter Forster, sowie das erste Kollegium mit Dagmar Moss, Reinhard Frisch und Ernst Schmalenberger.

Zur Vorgeschichte

Erster Wunsch in Engen nach einem Gymnasium 1967. Das Oberschulamt schätzte die Chancen bei einem weiteren Versuch 1978 sehr gering ein. Der Gemeinderat hat trotzdem an dem Wunsch nach einem Gymnasium festgehalten. 1979 erstellte das Oberschulamt erstmals ein Raumprogramm. Aber 1980 brachten 2000 Unterschriften keine positive Einstellung. 1992 hat dann der Gemeinderat beschlossen, einen erneuten Antrag zu stellen, mit dem Hinweis auf Raumnot in Singen. 2002 wurde Zusage signalisiert, aber es dauerte bis 2005, bis die endgültige Zusage erfolgte. Der Spatenstich erfolge im August 2006. Im September 2007 öffnete das Gymnasium seine Pforten für den ersten Bauabschnitt.