Vor dem Start nochmal ein letzter Check, Oliver Müller kontrolliert Ölstand und Batterie: „Bei einem Mercedes 280 SL Baujahr 68 muss man schon mal gucken, ob alles okay ist“, erklärte er. Damit war er nicht der einzige, der am Treffpunkt auf dem Edeka-Parkplatz vor der Oldtimer-Rallye Hegau Historic einen Blick unter die Motorhaube warf. Das Wetter könnte zwar besser sein, meinte auch Müller, „aber wir haben die schönen Autos mal wieder aus dem Stall geholt.“ 51 Teams zählte Matthias König vom Oldtimer- und Fahrzeugmuseum Engen als Veranstalter: Diese begaben sich trotz nass-kaltem Wetter auf die Strecke.

Sportwagen war schon in Le Mans

Neben sportlichem Ehrgeiz zählt der Spaß an der Sache. Oliver Müller und sein Sohn Florian als Beifahrer und Co-Pilot wollten sich überraschen lassen, wo es diesmal langgeht. „Wir haben die Strecke nochmal abgefahren, Störungen liegen keine vor“, erklärte Matthias König und dankte den vielen Helfern aus dem Verein. Aber eine sportliche Herausforderung werde es schon, kündigte er an, dass im Road-Book einige Gemeinheiten eingebaut seien.

Manfred Biesinger befestigt die Startnummer an seinem Mercedes 220 S Cabrio.
Manfred Biesinger befestigt die Startnummer an seinem Mercedes 220 S Cabrio.

Bürgermeister Johannes Moser hoffte, dass bei allen Autos die Heizung funktioniert. Er verschwieg auch nicht, dass er bei einigen Modellen doch seine Zweifel habe. „Wir sind hart gesotten“, war von vielen Oldtimerfans zu hören. Sie waren aus dem weiten Umkreis zur sechsten Hegau-Rallye nach Engen gekommen. 60 Teams gingen an den Start.

Ob bei allen die Heizung funktioniert?

Franz Mathes und seine Frau Marion als Co-Pilotin hatten den Weg auch aus der verschneiten Alb nicht gescheut. „Alles ist gut beschrieben, da kommen wir gut klar“, meinte Marion Mathes beim Blättern im Road-Book. Zudem sei bei ihrem Porsche 356 B Cabrio erst letzte Woche der Motor ausgetauscht worden, das Auto sei gut in Schuss.

Das zählte für einen Jaguar V8 wohl nur äußerlich, erst nach vielfachen Startversuchen, Puffen und Knallen kam der Motor zum Laufen. Das war für das Team im Jaguar und auch für die Umstehenden nichts Außergewöhnliches, „Das gibt’s halt mal“ und war kein Grund zur Beunruhigung.

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"Man muss die Autos bewegen, sonst gehen sie kaputt"

Das Wetter sei immer Glückssache, nahm Martin Spiegel die triste Witterung ganz gelassen. „Man muss die Autos auch bewegen, sonst gehen sie kaputt“, weiß er aus Erfahrung. In ihrem Sportwagen Marke Healy, der das Steuer rechts hat und der schon Rennen in Le Mans gefahren ist, warteten Gebhard Zeller und Co-Pilot Bernd Schulze mit einer echten Rarität auf.

Ohne Dach über dem Kopf und ohne schützende Frontscheibe waren sie dem nass-kalten Wetter völlig ausgesetzt. „Das halten wir aus. Wir sind harte Burschen“, sagte Zeller nicht ohne Stolz, dass sie seit 20 Jahren als Team fahren und schon sieben Mal bei der Seegfrörne-Rallye um den Bodensee gefahren sind. Mit 170 PS unter der Haube, Zeller mit 86 Jahren und Schulze mit 76 Jahren gingen sie auf die Hegau-Strecke. An diesen Zahlen gemessen, dürften sie auch rein rechnerisch die Ausnahme gewesen sein.