Für 41 Jugendliche wird es ernst. Etwas mehr als einen Monat hatten die 14- bis 19-Jährigen Zeit, Werbung für sich und ihre Kandidatur zu machen. Jetzt haben ihre Altersgenossen die Wahl. Neun Stimmen darf jeder Wahlberechtigte abgeben: Neun Kreuze für neun Jugendgemeinderäte, die sich ab Februar für die Interessen junger Leute in Engen einsetzen wollen.

Seit dem Jahr 2005 gibt es einen Jugendgemeinderat in der Stadt. Alle zwei Jahre wird das Gremium neu gewählt. Eine so große Auswahl an Kandidaten hat es im Vorfeld allerdings noch nie gegeben. "Wir waren freudig überrascht, dass sich so viele Jugendliche zur Wahl stellen", sagt Bürgermeister Johannes Moser dem SÜDKURIER. Er sieht das breite Kandidatenfeld als Beweis dafür, dass junge Menschen ein hohes Interesse an Kommunalpolitik haben. "Der amtierende Jugendgemeinderat hat aber auch gezeigt, dass Jugendliche Engen mitgestalten können."

Skater-Anlage als größter Erfolg

Beeindruckt hat Moser, wie das Gremium den Bau einer Skater-Anlage angeschoben hat. "Über eine Umfrage unter Jugendlichen hat sich der Jugendgemeinderat basisdemokratisch Rückendeckung für das Projekt gesichert", erinnert sich der Bürgermeister. "Und auch bei der Umsetzung hat der Jugendgemeinderat mitgeholfen."

Karen Bieler betrachtet den Bau der Skater-Anlage ebenfalls als bisher größten Erfolg des Gremiums, dessen Vorsitz die Studentin altersbedingt abgibt. "Aber auch der neue Jugendtreff war ein tolles Projekt", blickt die 21-Jährige zurück. Sie ist gespannt, welche Ideen der neue Jugendgemeinderat in den nächsten Jahren umsetzen wird. Fünf der 41 Kandidaten stellen sich zur Wiederwahl. Die scheidende Vorsitzende freut sich aber auch über die viele neuen und vergleichsweise jungen Kandidaten auf der Wahlliste.

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"Es hat geholfen, dass wir die einzelnen Klassen an den Engener Schulen besucht haben. Die Schüler konnten uns direkt ihre Fragen stellen." Neben den Jugendgemeinderäten habe sich Patricia Scülfort ehrenamtlich bei der Kandidatensuche eingebracht, berichtet Karen Bieler. Auch die Gemeinde, die Stadtjugendpflege, die Schulen und die Schulsozialarbeiterin hätten die Werbetrommel gerührt.

Eine letzte Hürde

Werbung wird auch noch in den kommenden Tagen nötig sein. Denn legitim ist die Wahl erst, wenn mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Von 719 Jugendlichen müssten 144 zur Wahl gehen. Allzu hoch ist diese Hürde nicht: Wenn jeder der 41 Kandidaten es schafft, drei bis vier Freunde zum Urnengang zu motivieren, wäre die 20-Prozentmarke schon geknackt.

Abgestimmt werden kann am Freitag zwischen 7.30 Uhr und 13 Uhr in der Mensa des Bildungszentrums und am Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr im Rathaus. Wahlberechtigt sind Jugendliche zwischen 14 und 19, die in Engen wohnen. Wer wählen will, sollte seinen Wahlschein oder einen Schüler- oder Personalausweis dabei haben. Der Bürgermeister hofft auf eine starke Wahlbeteiligung: "Denn der Jugendgemeinderat tut der Gemeinde und den Jugendlichen gut." Das Ergebnis der Abstimmung wird im Rahmen einer Wahlparty verkündet, die am Sonntag ab 17 Uhr im Jugendtreff stattfindet. Die Kandidaten, ihre Freunde und Verwandten sind dazu herzlich eingeladen.