Was bedeutet "glücklich sein"? Diese Frage griffen Bürgermeister Johannes Moser und Festredner Rainer Wieland, Europaabgeordneter und Vizepräsident des Europaparlaments, in ihren Ansprachen beim Neujahrsempfang auf. Zum Thema Glück seien wir Deutsche negativ geprägt, gab Wieland den Anstoß, mehr Vertrauen in uns selber zu haben. Moser bezog sich auf Aristoteles: "Glücklich zu sein, ist eine positive Grundstimmung, eine anhaltende innere Zufriedenheit, die durch politisches Handeln gesteigert werden kann."

Engens Bürger können glücklich sein. Moser schaut zuversichtlich nach vorn: "Der Verwaltungshaushalt umfasst 35,2 Millionen Euro und im Investitionsbereich stehen 7,7 Millionen bereit." Dazu kämen unverbrauchte Gelder. Als Wohlfühl-Ereignisse 2017 bezeichnete er schnelles Internet für Stetten und Zimmerholz, die Eröffnung der Intensivpflegestation im Krankenhaus, die Förderung von Einzelhandelsansiedlungen und die Übernahme der Trägerschaft für den Kindergarten und die Krippe Sonnenuhr.

Größere bauliche Investitionen waren neben der Sanierung der Petersfelshalle Bittelbrunn und der Erweiterung der Grundschule die Erschließung des Baugebietes Glockenziel mit sofortigem Verkauf aller Bauplätze. "Um der hohen Nachfrage im gewerblichen wie auch im Wohn-Bereich gerecht zu werden, müssen wir neue Flächen generieren", sieht Moser eine Nachverdichtung bebauter Flächen nicht im Interesse der Bürger.

Um den hohen Bedarf an Mietwohnungen abzumildern, habe die Stadt mit verschiedenen Investoren fünf größere Vorhaben angeschoben, die mit weit über 120 neuen Wohnungen das Angebot verbessern werden. Moser sieht es an der Zeit, dass eine neue, tragfähige Regierung gebildet wird: "Wir brauchen schnell Klarheit, wie es mit der Finanzierung der Integration von Flüchtlingen und des Familiennachzugs weitergeht." Die Kommunen bräuchten finanzielle Hilfe durch den Bund.

Dank der Finanzlage der Stadt sei auch 2018 eine Förderung städtischer Einrichtungen, vieler Vereine und der Feuerwehr weiterhin möglich. Für zwei neue Löschfahrzeuge seien 590 000 Euro eingestellt, ein Arbeitsschwerpunkt werde die Umsetzung des neuen Feuerwehr-Bedarfsplanes sein. Im Bereich Betreuung und Bildung werde an der Erweiterung der Anne-Frank-Realschule schon erarbeitet, angedacht sei auch die Sanierung der Grundschule Welschingen und die Erweiterung der Kinderkrippe im Baumgarten. Auf den Weg gebracht sei auch die Sanierung/Neubau der alten Stadthalle.

"Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt und reich an Ideen", so Moser. Mit Unterstützung engagierter Bürger werde die Stadt sich weiterentwickeln und sich das Glücksgefühl der Bürger verbessern. Für bürgerliches Engagement geehrt wurden der "Förderverein der Stadtbibliothek" sowie die "Initiative Bildungsstandort Engen". Jutta Pfitzenmaier als Vorsitzende des Fördervereins Stadtbibliothek sagte: "Wir sind einfache Leute, die sehen wo es hakt und dann die Dinge in die Hand nehmen."

 

Die Ehrungen

Die Auszeichnung für die beiden beim Neujahrsempfang der Stadt Engen ausgezeichneten Vereine nahmen Jutta Pfitzenmaier (Förderverein Stadtbibliothek) und Peter Pütz (Initiative Bildungsstandort Engen) entgegen. 2001 gegründet, ist die Stadtbibliothek heute mit 17 500 Einheiten und über 60 000 Ausleihen ein wichtiges kulturelles Angebot. Die Initiative Bildungsstandort Engen bildete sich mit dem Ziel, den Bau eines Gymnasiums in Engen zu unterstützen. Heute fördert der 2006 gegründete Verein alle kulturellen Bereiche. (ros)