Bei der Kritik geht es dabei vor allem um den Umfang des Rollsplitts, den die Straßenmeisterei in einer Hitzeperiode auf marode, teerhaltige Fahrbahnen gestreut hat. Daniela Mayer meldete dem SÜDKURIER einen Unfall, der sich auf der Kreisstraße zwischen Honstetten und der B 31 beim Wasserburger Tal ereignet habe. Betroffen davon sei ihr derzeit abwesender Sohn.

"Die Fahrbahn war in einem katastrophalen Maß voller dickschichtigem Splitt", wettert Daniela Mayer. Ihr Sohn sei trotz vorsichtiger Fahrweise, wie er berichtet habe, von der Straße in den Graben gerutscht. Wie Spuren beweisten, auch ein weiteres Fahrzeug. "Das Auto musste abgeschleppt werden. Der Schaden an Achse und Kühler beträgt 1300 Euro. Das ist sehr ärgerlich", sagt die Friedingerin. "Ich habe mich gewundert, dass die Polizei im Nu auftauchte", erklärt Daniela Mayer. Dies sei für sie ein Beleg dafür, dass in dieser Zeit zwischen Bittelbrunn, Honstetten und der B 31 öfters Unfälle passieren, was Ende Juni – Anfang Juli auch mehrfach geschah.

Diese Auto rutschte von der splittbedeckten Fahrbahn beim Wasserburger Tal, wie ein weiteres, von der Straße.<sup></sup> Bild: Daniela Mayer
Diese Auto rutschte von der splittbedeckten Fahrbahn beim Wasserburger Tal, wie ein weiteres, von der Straße. | Bild: Daniela Mayer

So stürzten gleich hintereinander drei Motorradfahrer auf der gesplitteten Straße zwischen Bittelbrunn und Honstetten in einer gefährlichen, unübersichtlichen Linkskurve einen Abhang hinunter und verletzten sich. "Ich bin die gesamten Strecken abgefahren. An manchen Stellen lag teils bis zu vier Zentmeter hoher Rollsplitt. Das ist ein Unding", so Daniela Mayer.

Wurde zuviel Splitt auf die Straße geworfen – oder fahren die Motorradfahrer und andere Verkehrsteilnehmer zu schnell? Zwischen diesen beiden Fragen bewegen sich auch viele Kommentare im sozialen Netzwerk Facebook auf der SÜDKURIER-Seite Hegau Echo. Für das Landratsamt Konstanz und die Polizei ist aber weiterhin klar: "Wenn sich alle an das Tempo-Mindestlimit 30 halten, gibt es keine solchen Stürze und Unfälle", sagt Polizeisprecher Bernd Schmidt und trifft damit auch die Darstellung des Landratsamtes Konstanz.

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Die zeitweise stark gesplittete Kreisstraße Honstetten – B 31. | Bild: Daniela Mayer

Dem widerspricht der Steißlinger Kurt Alpert vehement. "Wie hier gesplittet wurde, ist nicht normal", erklärt er. Er sei mit einer Radgruppe auf der Kreisstraße in Richtung Bittelbrunn hochgefahren. "Dort habe ich eine Gruppe getroffen, die von Flensburg nach Garmisch unterwegs war. Ein Radler kam bergabwärts zu Sturz und verletzte sich. Mitglieder der Gruppe sagten, dass derart extreme Verhältnisse mit dem dichten Splitt, auf einer maroden Fahrbahn und der abschüssigen Straße, samt 50 Meter tiefem, ungesicherten Abhang, noch nie erlebt hätten", so Alpert.

Kommentare im Hegau-Echo und Leerbriefschreiber hatten ebenfalls moniert, dass die Kreisstraße in einem schlimmen Zustand sei und dringend saniert werden müsse. "Die Kreisstraße wird vergleichsweise schwach befahren und wies bisher nur eine geringe Unfallhäufigkeit auf", sagt Benedikt Graf, Pressesprecher des Landratsamtes Konstanz. "Die Sanierung einer Straße benötigt einen planerischen Vorlauf und erst finanzielle Mittel, die bereitgestellt werden müssten. Kleinere Verbesserung sind denkbar", so Graf.


Die Situation

Die Kreisstraßen zwischen Bittelbrunn und Honstetten, sowie in Richtung B 31 befinden sich teils in einem sehr maroden Zustand. Eine gefährliche Stelle gibt es auf einem Waldstück bei Bittelbrunn. Auf eine scharfe Linkskurve folgt ein etwa 50 Meter tiefer Abhang, ohne Schutz von Leitplanken.

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