Engen Schon Steinzeit-Siedler wussten Welschingen zu schätzen

Im Baugebiet Guuhaslen informiert jetzt eine Infotafel über die dortigen archäologischen Funde, die auch Experten umhauen.

Die Archäologen brachten es ans Licht: Welschingen war schon vor 6000 Jahren ein attraktiver Wohnort. Bei den Grabungen im Baugebiet Guuhaslen legten Kreisarchäologe Jürgen Hald und sein Team Funde frei, die belegen, dass sich in der Talaue nördlich von Welschingen über 5000 Jahre hinweg immer wieder Menschen niederließen oder ihre Toten bestatteten. Auf Initiative der ehemaligen Gemeinderätin Irene Völlinger gibt nun eine Infotafel am Wanderweg beim Baugebiet Auskunft über die Funde.

"Welschingen ist ein geschichtsträchtiger Ort. Hier war einst eine der größten Keltensiedlungen Süddeutschlands", sagte Bürgermeister Johannes Moser bei der Vorstellung nicht ohne Stolz. Die Archäologen hatten mit diesen Ergebnissen nicht gerechnet: "Wir hatten Fundglück", berichtete Hald, dass die ältesten Siedlungsbelege aus der beginnenden Jungsteinzeit 5100 v. Chr. stammen. "Welschingen gehört zu den Orten, wo sich die ersten Pioniere niederließen." Große Augen hätten die Archäologen über Fundstücke aus der Glockenbecherkultur am Ende der Jungsteinzeit etwa 2400-2200 v. Chr. gemacht. "Die Funde haben Seltenheitswert. Siedlungen aus dieser Zeit wurden in Südwestdeutschland bisher kaum entdeckt."

Das Siedlungsareal in Welschingen gehört mit einer Fläche von acht Hektar zu den großflächigsten und war von regionaler Bedeutung. Hald nimmt an, dass es eine Oberschicht gegeben hat, ein offenes Buch bleibe es aber, was genau auf dem Hohenhewen stattfand. Der Untergang der Siedlung liege etwa 150-100 v. Chr. Warum sie unterging, ist unbekannt. Die Infotafel gibt anschaulich eine Vorstellung von der Lebensweise der Menschen vor 5100 Jahren bis zirka 150 v. Chr. Initiatorin Irene Völlinger ist stolz auf das, was ihr Heimatort schon damals bot: "Die Neubürger, die heute hier siedeln, sollen wissen, wo sie wohnen." Moser dankte Jürgen Hald, der die Infotafel unentgeltlich gestaltete und mit Texten versah, und Lieselotte Bürsner, die ihr Grundstück fürs Aufstellen zur Verfügung stellte.

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