Einstimmig beschlossen hat der Gemeinderat von Engen die Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes „Bahnhofsbereich mit Altstadt“. Damit kann in erster Linie die Sanierung und Umgestaltung des Bahnhofareals mit der Breitestraße in Angriff genommen werden.

Mit dem Bewilligungsbescheid des Regierungspräsidiums Freiburg wurde die Maßnahme „Bahnhofsbereich mit Altstadt“ in das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz West“ aufgenommen. Der Bewilligungszeitraum läuft bis zum 30. April 2028. Bei einem Fördererrahmen von 2,5 Millionen Euro beträgt der Zuwendungsbetrag von Bund und Land 1,5 Millionen Euro. Das sind 60 Prozent Förderung und 40 Prozent Stadtanteil. Damit ist der Einstieg in die Stadtsanierung gelungen. Weitere Anträge auf Aufstockung der Fördermittel können zu gegebener Zeit gestellt werden.

57 Prozent der Eigentümer planen konkrete Modernisierungmaßnahmen

Mit der Durchführung eines gesamtörtlichen Entwicklungskonzepts, dem gebietsbezogenen integriertem Entwicklungskonzept sowie der vorbereiteten Untersuchung und Bürgerbeteiligung wurde der Einstieg in das formale Sanierungsverfahren vorbereitet. Der Gemeinderat hatte nun die Entscheidung über die Gebietsabgrenzung, das Neuordnungskonzept, die Finanzierung, die Laufzeit, die Verfahrensweise und die Fördergruppe für die Privatmaßnahmen zu treffen. Zur Erleichterung dieser Aufgabe trug Karl-Christian Fock von der Kommunalentwicklung eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen dem Rat vor.

Das Sanierungsgebiet und die Konzeption wurden anerkannt. Bei der Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange erhob kein Träger prinzipielle Bedenken. Die Grundstückseigentümer im Untersuchungsgebiet wurden im Rahmen einer umfassenden Befragung unterrichtet und Einzelgespräche geführt. Rund 57 Prozent der Eigentümer planen bereits konkrete Modernisierung- oder Umbaumaßnahmen. Insgesamt wurde eine gute Mitwirkungsbereitschaft dokumentiert. Bei der Bestandsaufnahme ergab sich eine hohe Zahl an Gebäuden, die einen geringen oder einen größeren Sanierungsbedarf aufweisen. Über 1/3 der Gebäude stammen aus der Zeit bis 1900 und weitere aus dem Zeitraum von 1900-1948.

Ein Rechtsanspruch auf Fördermittel besteht nicht

Förderfähige Maßnahmen sind Sanierungen, Instandhaltungen, der Ausbau oder Anbau sowie Umnutzungen. Gefördert werden können aber auch Abbrucharbeiten. Bezuschusst werden Sanierungen bis zu 25 Prozent der Kosten. Berücksichtigt wird der Ausstattungsstandard des sozialen Wohnungsbaus beziehungsweise die üblichen Gewerbestandards als Obergrenze, vermieden werden sollen Luxussanierungen.

Jeder interessierte Grundstückseigentümer kann sich bei der Gemeindeverwaltung informieren. In den vorbereitenden Gesprächen werden die Voraussetzungen und der Umfang der Förderung im Einzelnen erörtert. Ein Rechtsanspruch auf Fördermittel besteht nicht, ein vorzeitiger Beginn der Arbeit kann förderschädlich sein.

Bürgermeister Johannes Moser lobte das ausgearbeitete Konzept und betonte, „das Konzept stimmt, die Rahmenbestimmungen sind festgelegt. In erster Linie werden wir uns mit dem Areal rund um den Bahnhof beschäftigen, hier ist Dringlichkeit geboten. Die Altstadt und das Kornhaus müssen noch ein bis zwei Jahre warten. Bedenken müssen wir aber auch: Die Zeit bis 2028 ist schnell vorbei.“