23 SÜDKURIER-Wanderer machten sich bei über 30 Grad auf den Weg rund um den Witthoh. Die Tour mit wunderbaren und für neue Aussichten leiteten Manfred Scheerer und Rolf Mahlbacher vom Schwarzwaldverein Engen an. Die Hitze hatte wohl viele bewogen, zu Hause zu bleiben. Die treuen Wanderer kamen, trotz geringer Steigung und bequemer Wege, mächtig ins Schwitzen. Doch das kühle Lüftchen rund um den Witthoh sorgte für Erleichterung und der Ausblick für Belohnung. Mütze und Wasserflasche waren bei dieser Wanderung ein Muss.

Manfred Scheerer (im roten T-Shirt) vom Schwarzwaldverein geht voran. Er hat den Rundweg ausgesucht. Walter Zepf (rechts) vom Schwarzwaldverein Tengen ist gern dabei.
Manfred Scheerer (im roten T-Shirt) vom Schwarzwaldverein geht voran. Er hat den Rundweg ausgesucht. Walter Zepf (rechts) vom Schwarzwaldverein Tengen ist gern dabei. | Bild: Weiß, Jacqueline

Los ging es auf dem Parkplatz des Berg-Gasthofes Witthoh. Dort wurden die Wanderer nach dem Schweiß treibenden Marsch aufs Beste verköstigt. Über schöne Wiesen- und Schotterwege mit Ausblick auf die Hegau-Berge marschierte die Gruppe Richtung Hattingen. Manfred Scheerer wies immer wieder auf den Ausblick hin: Der Hohentwiel und davor der Hohenkrähen – alle Hegauberge auf einen Blick. Vorbei an Magergraswiesen, die eine Vielfalt an Pflanzen bieten und auf denen Wacholder wächst. Der Weg führte durch Hattingen hinauf zur St. Johannes und Jakobus Kapelle, die durch ihre moderne Architektur und Schlichtheit besticht. Ein kleiner Innenraum öffnet sich zur Landschaft hin. Ein echter Hingucker, der zu Diskussionen führte. Der Aufstieg brachte die Wanderer zurück zum Witthoh, wieder mit Blick diesmal auch Richtung Baar.

Rolf Mahlbacher hat den richtigen Schutz dabei: Einen Sonnenschirm.
Rolf Mahlbacher hat den richtigen Schutz dabei: Einen Sonnenschirm. | Bild: Weiß, Jacqueline

Oben wartete das Team des Berg-Gasthofes, das extra für die Wanderer geöffnet hatte und drei Mitglieder des Jagdverbands. Da die diesjähriger SÜDKURIER-Wanderreihe unter dem Thema "Genüsse der Region" steht, stellten die Jäger Essbares aus dem Wald und die Tiere des Waldes vor. Karlheinz Störzer vom Kreishegering stellte die Vielfalt des Waldes vor: Eßbares von den Beeren, Bärlauch über die Pilze und das Wild selbst. Wer Beeren und Hände gründlich wasche, müsse sich vor dem Fuchsbandwurm nicht fürchten. Er und Naturpädagoge und Stadtjäger Kurt Kirchmann setzen sich für die Vielfalt in Wald und Flur und die Pflege des Bestands ein. Der Jagdverband setze sich aktuell dafür ein, dass Niederwild, wie der Feldhase, wieder mehr Rückzugsorte in den Wiesen und Feldern haben. Ein Verein kümmere sich um die Rettung der Rehkitze vor der Maht. "Das ist praktischer Tierschutz", sagte Störzer. Die Zuhörer merkten schnell, dass die Jäger wissen, wovon sie reden, täglich im Wald sind und sich um das Miteinander von Mensch und Natur bemühen. Sie stellten Wanderern alle Tiere des Waldes und ihre Bestände vor: Seltene Tiere und solche, die eingewandert sind, wie der Waschbär.

Karlheinz Störzer (links) und Kurt Kirchmann vom Jagdverband zeigen, was in Wald und Flur lebt. Sie kümmern sich um Schutz und Bestand der Tiere.
Karlheinz Störzer (links) und Kurt Kirchmann vom Jagdverband zeigen, was in Wald und Flur lebt. Sie kümmern sich um Schutz und Bestand der Tiere. | Bild: Weiß, Jacqueline

Störzer machte Werbung dafür, Wild zu essen. Für die Wildschweine gebe es jedes Jahr Nahrung im Überfluss und sie vermehrten sich stark. Außerdem drohe die Schweinepest von Osten. Deshalb sei es wichtig, den Bestand zu regulieren. Hauptabnehmer sei die Gastronomie, die, wie das Gasthaus am Witthoh, mit dem Siegel "Wild aus der Region" werben darf. Aber auch bei einigen Mezgern und Lebensmittel-Märkten könne man Wild bestellen.