Noch einmal war das Mittelalterlich Phantasie Spektakulum auf dem Hirtenhof in Aach zu Gast. Und einmal mehr wurde das Mittelalter wieder lebendig. Das wurde nicht nur in vielen Gewandungen deutlich, auch an den Verkaufsständen und bei den Ritterturnieren zu Fuß und auf dem Pferde fühlte man sich in diese Zeit zurückversetzt.

Auch die Phantasie kam am Wochenende in Aach nicht zu kurz: "Ihr seid die Helden des Tages", rief Horis el Hammamy alias "Bruder Rectus" dem Publikum der Feuershow des Spektakulums in Aach zu. Denn hunderte Zuschauer harrten geduldig im strömenden Regen aus, um drei Feuerkünstlergruppen hintereinander zu bestaunen. Bruder Rectus kommentierte alle großen Shows des Wochenendes. Dazu gehörte unter anderem auch die Prämierung der schönsten Gewandungen. Am Samstag konnte eine Gruppe den Sieg erringen, von denen eine Frau aus Aach kommt. Alle drei studieren von Psychologie bis zu evangelischer Theologie. Die fantastischen drei Wettbewerbsteilnehmer hatten ihre aufwändigen Kostüme selbst hergestellt.

Schließlich gibt es noch das S, das für Spektakel steht. Dies gab es vor allem auf den Bühnen. Hier zeigten die Musiker, dass das Mittelalter in der Moderne angekommen ist. Gruppen wie "Saltatio Mortis" und "Celtic Pipes Rock" untermalten ihr Bühnenprogramm mit beeindruckenden Feuerelementen. Ein Geheimtipp war die Schweizer Band Koenix, die nicht nur ihre Landsmänner und -frauen mit ehrlicher Mittelaltermusik aus der eigenen Feder begeisterte. "No einisch" hörte man die Fans rufen und die Zugabe wurde gewährt.

Für das Schweizer Publikum ist das MPS in Aach ideale Adresse – wie für die achtköpfige Gruppe aus der Region Basel, die nicht nur die MPS-Festivals, sondern auch Mittelaltermärkte der Region besuchen. "Wir leben unser Hobby auf diesen Märkten", erklärt Raimund von Plankenstein. Leben kann Erik Froschauer aus Eigeltingen, der als Vegan-Erik sein Hobby mit einem Stand verwirklicht, davon noch nicht. Doch immerhin schreibe er schon eine schwarze Null. "Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen dankbar sind, auf diesen eher fleischlastigen Festivals vegane Alternativen zu finden", so Froschauer. Der Markt in Aach sei aufgrund des regnerischen Wetters eher durchwachsen für ihn gewesen. Aber: "So bleibt mehr Zeit für ein Gespräch mit den Kunden."

Zum richtigen Spektakulum gehören aber auch die imposanten Ritter-Kämpfer. Die Kaskadeure der Compania haben Turnier-Atmosphäre erzeugt, zudem ließ die Fechtkampfgruppe Fictum beim Publikum den Atem stocken.

Das ebenso bunte, wie vielfältige Programm ließ das Wetter vergessen. Auch wenn es immer wieder einmal geregnet hat, kam trotzdem viel Publikum. Auch zu Falkner Achim Häfner. Vor allem bei der großen Vorstellung um 16.30 Uhr waren alle Bänke voll und es sammelten sich immer mehr Besucher, die dann auch standen, um die Greifvögel zu sehen. Er hatte neun Eulen, einen kleinen Falken und einen Geierraben dabei. Seine Eulen sind speziell ausgebildete Therapievögel und die Mittelalterfans durften sie nicht nur mit Falknerhandschuhen selbst halten, sondern auch streicheln und sogar mit ihnen schmusen. Es gab sogar Besucher, die selbst Eulen oder Greifvögel besitzen und diese beim Spectaculum dabei hatten.

Der Falkner fand ebenso begeisterte Zuschauer, wie das Bruchenballturnier. Bruchen, so nannten sich die Unterhosen im Mittelalters. In eben jenen kämpften die Knappen der Ritter um den Sieg und die Zuschauer verfolgten das Schauspiel fasziniert. Zum ersten Mal waren die wenigsten da. "Wir sind hier eine große Familie", beschreibt es Uwe Schildnitz aus Konstanz und hofft, dass die Veranstalter auch nächstes Jahr Platz für das Spektakel finden.


Unsichere Zukunft

Mittelalterlich Phantasie : Spektakulum Voraussichtlich zum letzten Mal fand das MPS in Aach statt. Das schöne Gelände wurde verkauft und soll einer Wohnbebauung zugeführt werden. Wolfgang Fluck vom Pressebüro des MPS erklärt: "Inwieweit der Spielort Aach 2017 noch zur Verfügung steht, ist weder positiv noch negativ endgültig geklärt. Wir möchten aber auf jeden Fall ein MPS in der Region haben." Ebenfalls gut von Schweizern besucht sind die MPS in Bad Säckingen und Weil am Rhein, die zum Teil schon mehrfach stattfinden. (sch)

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