Wer neues Bauland erschließen will, der muss als ökologischen Ausgleich Ökopunkte vorlegen. So brauchte es für die Erschließung des Wohngebiets Glockenziel, laut Verwaltung, beispielsweise 50 000 Ökopunkte. Seit 2010 können diese Punkte auch frühzeitig als Vorrat angelegt werden. Während die Stadt Engen ihre Punkte bislang über Maßnahmen auf Wiesen erzielt hat, soll der Ausgleich nun über Umforstung im Wald geschaffen werden. Hierfür, so Michaela Schramm, Umweltbeauftragte beim Stadtbauamt Engen, sei eine Liste mit möglichen Maßnahmen erarbeitet und mit einem Fachbüro geprüft worden. Das Ergebnis ist die Neubepflanzung in drei Waldstücken auf den Gemarkungen Stetten, Engen und Anselfingen. Deren Planung wurde nun dem Technischen- und Umweltausschuss vorgestellt.

Eichen eignen sich am besten

In den ausgewählten Waldabschnitten befinden sich laut Bauamt hauptsächlich Kiefern und Fichten. Diese sollen durch einen Eichensekundärwald ersetzt werden. „Wenn man richtig Ökopunkte absahnen will, muss man Eiche pflanzen“, verdeutlichte Förster Thomas Hertrich. Die sei selten und deshalb lukrativ. Aktuell kostet ein Ökopunkt am Markt knapp einen Euro, während ein durch eigenen Aufwand produzierter Punkt auf etwa 40 Cent kommt. Außerdem, so Hertrich, müsse aufgrund des Klimawandels ohnehin ein Waldumbau stattfinden. So schaffe man also Punkte mit Maßnahmen, die ohnehin gemacht werden müssten. Kiefer und Fichte leiden unter den trockenen und heißen Sommern.

Aktuell hat die Stadt noch 146 000 Ökopunkte

In Planung sind nun zwei Maßnahmen. Eine am Staufenberg auf Gemarkung Stetten und eine weitere im Gewann Rindersetze auf Engener Gemarkung. Zuerst soll die Fläche von 72 000 Quadratmetern am Staufenberg in Angriff genommen werden. Hier sollen 648 000 Ökopunkte generiert werden. Im kommenden Jahr soll hier ein Hektar neu bepflanzt werden. UWV-Rat Peter Kamenzin wollte wissen, wie viel Ökopunkte es für ein normales Baugrundstück braucht. Das variiere je nach Standort. Für einen Quadratmeter umgewandelten Acker brauche es 10 Punkte, bei einer Wiese 21 Punkte, so Schramm.

Aktuell hat die Stadt noch 146 000 Ökopunkte auf dem Konto. „Wir werden in Zukunft immer mehr Ökopunkte brauchen“, prognostizierte Bürgermeister Johannes Moser. Obwohl Engen über große Flächen zum Ausgleich verfüge, werde man vermutlich keine Punkte an andere Gemeinden verkaufen, konstatierte er. „Denn, so Moser, wir haben in Engen noch einiges vor.“