Vergeudete Zeit, nutzlose Hetze und der Vorschlag "Chill dei Lebä" waren die beherrschenden Themen des Zunftabends der Narrenzunft Engen. Mit einem bunten Programm in familiärer Atmosphäre boten rund 50 Akteure den Besuchern in der Stadthalle in Engen vier Stunden Unterhaltung, Entspannung und närrische Erfrischung.

Extra für diesen Abend hatte Moderator Markus Braun als grauer Zeitfresser eine "Zeitsparkasse" gegründet. Gnadenlos rechnete er dem Publikum die vergeudete Zeit ihres Besuches vor, führte einem Durchschnitts-Engener die verbleibende Zeit für sein Restleben beängstigend vor Augen und gab eindringliche Ratschläge "Zeit zu horten und zu sparen". Vielleicht liege es ja auch an dem unverantwortlichen Umgang mit der Zeit der Bürger, dass "Z'Enge nint fertig wird", mutmaßte er über das Motto der diesjährigen Fasnacht.

Tosender Beifall

Der Zunftabend der Narrenzunft in Engen ist kein Fernsehspektakel, sondern hat seinen traditionellen Charakter. Dazu gehören der Einmarsch mit dem Fanfarenzug und die Eröffnung durch die Narrenzunft im Beisein der Fasnachts-Figuren. Der Nachwuchs oder "Narrensamen" eröffnet das Programm mit dem Tanz um das Feuer, dem Hansele-Tanz.

Ein Senior begann den Abend, stellte seine Wehwehchen vor, bedauerte seine zukünftige Abhängigkeit vom Rollator, war aber im männlichen Element bei der Vorstellung eines aufgemotzten, tiefergelegten und mit allen chromblitzenden Attributen "vollausgestatteten Seniorenrennfahrzeuges". Ihre grazilen tänzerischen Fähigkeiten stellten anschließend die Tanzmädels des TV Engen unter Beweis.

Eindrucksvoll besangen die "Drei Tenöre" ihre Liebe zu ihren Liebsten. Die Darbietung gelang und geriet so intensiv, dass ein Sänger seine schwebende Position verlor und zu Boden ging. Ein Missgeschick ohne Folgen, aber eine großartige, erheiternde Einlage mit Live-Charakter.

Seinen Kummer und Ärger über die fehlenden Gäste in den immer weniger werdenden Gasthäusern Engens trug ein Gastwirt vor. Die Stadtmusik sucht verzweifelt einen neuen Dirigenten. Um die Notlage zu entschärfen, versuchten zwei Mitglieder sich einen Dirigenten zu backen.

Mit musikalischem Hochgenuss besangen Witwen ihr wiederkehrendes Dasein und wie sie dazu, durch tatkräftige Nachhilfe, gekommen sind. Jedenfalls sind sie wieder mal zu haben".

Griechisches Flair mit einem gekonnten Sirtaki und "Akropolis ade" zauberte der Chor der Sänger aus den Reihen der aktiven Narren zum krönenden Abschluss auf die Bühne. Tosenden Beifall, nicht nur für diese Darbietung, sondern für alle einstudierten Beiträge spendete das treue Publikum den Akteuren für ihren Einsatz. Ein Dank, den sich alle verdient haben.

Die Akteure

Auf der Bühne standen beim Zunftabend die Kinderhansele der Narrenzunft (mit Begleitung der Stadtmusik), eine Tanzgruppe des TV Engen, Katrin Rimmele, Ulrika Hirt, Kinderhansele (Leitung: Jasmin Austen, Lisa Schädler), Peter Heuser, Felix Heuser, Jörg Scharmentke, Dominik Grömminger, Gerold Honsel, Urs Scheller, Andreas Frick, Norbert Merkel, Ingo Ginter, Dirk Ritter, Gisela Merkel, Margit Heuser, Katrin Rimmele, Anette Herrmann, Ulrika Hirt, Melanie Hägele, Jana Ritter, Uli Ginter, Heike Scharmentke und Conny Frömtner.