Die erste Runde der Fasnachts-Hochzeit ist geschafft. Die Aktiven in Engen hatten etwas Erholung, bevor es heute in die Endphase geht. "Ich bin rundum zufrieden", bekennt Narrenpräsident Sigmar Hägele. "Bei der diesjährigen Fasnacht haben wir schon tolle Tage erlebt, die Beteiligung der Bevölkerung ist zufriedenstellend, der Bürgermeister konnte ohne Probleme aus dem Amt gejagt werden, alle Narren können sich noch auf ein paar närrische Erlebnisse freuen, so sie dazu bereit sind und noch kräftig mitmachen."

Es sei besonders der ländliche Charakter der Fasnacht in Engen, der ihm gefällt, die Logistik für die närrischen Tage etwas erleichtert und der ihm großen Spaß an seinem Amt bereitet. "Die Verantwortlichen in den großen Städten haben da sicher mehr Probleme", ist Hägele sicher. "Aber bei uns läuft die Fasnacht noch in überschaubarem Rahmen ab, die aktiven Narren halten sich an Ordnung und Regeln, mit den Jugendlichen haben wir wenig Probleme. Im Gegenteil: Seit wir auf verantwortlichen Umgang mit Alkohol achten, sind die Jugendlichen auch vernünftiger", hat er beobachtet. Sexuelle Belästigung komme so gut wie gar nicht vor und bei Umzügen sorgen die Verantwortlichen der Narrenzunft persönlich dafür, dass nichts passieren kann. "Da bin ich ganz streng hinterher", erklärt Sigmar Hägele. "Ich habe zum Beispiel eine befreundete Gruppe aus der Nachbarschaft gebeten, es in unserem Umzug am Sonntag nicht zu wild zu treiben. Sie werden die Besucher jetzt mit Konfetti bewerfen und auf das sonst bei ihnen übliche Heu verzichten."

"Wir haben schon zwei schöne Narrentreffen besucht", schaut der Präsident zurück. "Und beim Freundschaftstreffen in Tengen sind wir mit rund 350 Teilnehmern aufgetreten. Das war eine imposante Gruppe, das hat gewirkt", schwärmt er ein wenig. Es klappe ganz hervorragend bei den närrischen Gruppen von Bargen bis Neuhausen, lobt er die Zusammenarbeit. "Probleme der Vergangenheit sind total überwunden, es gilt das Wir", beschreibt er die Stimmung in der Zunft. Es habe auch ein erfreulicher Generationswechsel stattgefunden, "und die Jugend macht kräftig mit. Beim Zunftball am Samstag in der Stadthalle können die Besucher das auch erleben", verspricht der Präsident. "Wir haben ein buntes Bühnen- Programm zusammengestellt, da ist sicher für jeden etwas dabei", versichert auch Peter Heuser, verantwortlicher Organisator des Zunftballs.

Zwar habe die Straßenfasnacht nicht mehr den Charakter und die Teilnehmer früherer Zeiten, bedauert Sigmar Hägele. "Aber alle unsere Angebote werden gut besucht, wir wollen uns nicht beschweren." Auch mit der neuen Halle und ihren Besonderheiten habe sich die Narrenzunft arrangiert, betont der Präsident. "Wir akzeptieren die Auflagen und Preise. Es herrscht immer eine tolle Stimmung, Ambiente und Technik sind perfekt, wir fühlen uns zuhause."

Für die Närrische Ratssitzung am Montag, einer der heimlichen Höhepunkte in den närrischen Hochtagen, wird noch nach einem passenden Raum gesucht. "Das familiäre Flair der Sonne fehlt für diese Sitzung einfach noch", ist sich Sigmar Hägele bewusst. "Wir werden sicher noch was Entsprechendes finden, wir suchen weiter."

Vorschau aufs Restprogramm

  • Samstag: 20 Uhr Zunftball in der neuen Stadthalle. Musik: Toms Wilder Süden. Karten an der Abendkasse, bis 12 Uhr bei Schreibwaren Körner.
  • Sonntag: 14 Uhr Umzug mit Narrengruppen, Vereinen und freien Gruppen. Närrisches Treiben in der Altstadt.
  • Montag: 10 Uhr Närrische Ratssitzung, Stadthalle. 14 Uhr Kindernachmittag mit Pirmin und den Hansele.
  • Dienstag: 19 Uhr Fasnetverbrennung und Kehraus in den Narrenbeizen von Engen.