Der Ärger ist so groß und der Schaden so beträchtlich, dass die Stadt Engen und der Gemeinderat zu einem ungewohnten Mittel greifen. Nachdem Alucobond-Tafeln an der Fassade der Neuen Engener Stadthalle großflächig zerkratzt wurden, soll eine ausgesetzte Belohnung zur Ermittlung des Täters führen. Bürgermeister Johannes Moser und Stadträte machten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates deutlich, dass solche üble Taten künftig schon im Vorfeld verhindert werden sollen. "Wenn es sich rechtlich durchsetzen lässt, sollten wir Überwachungskameras im Bereich der Stadthalle installieren", so Bürgermeister Moser. "Wir hoffen, dass eine Belohnung von 500 Euro hilft, den Täter zu finden", erklärt Moser.

Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, dem droht laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldbuße. Die Taten liegen schon über einen Monat zurück. "Wir müssen aber damit rechnen, dass solche Taten erneut verübt werden. Deshalb treffen wir Vorsorge, wie durch Überwachungskameras. Für die Installation gibt es rechtlich keine Bedenken, wie wir ermittelt haben", sagt Patrick Stärk, Hauptamtsleiter der Stadt Engen.

Die Neue Engener Stadthalle – so die offizielle Bezeichnung – besticht durch ihre ovale Form und die kupferfarbene Alucobond-Verkleidung. Die Halle liegt direkt neben der Grundschule Engen, die jüngst erweitert wurde. "Wir haben die Stadtjugendpflege Engen sensibilisiert, immer wieder mal im Bereich der Stadthalle aufzuschlagen. Auch die Polizei rückt öfters an", schildert Stärk.

Der Engener Ordnungsamtsleiter Axel Pecher prüft derzeit Angebote für eine Überwachungskamera-Anlage. "Sechs bis zehn Kameras werden wohl nötig sein, um den gesamten Hallen-Bereich überwachen zu können. Wir rechnen mit Kosten von mindestens 10 000 Euro", schildert Pecher. Nach negativen Vorfällen in der Tiefgarage Maxenbuck und im Altstadt-Aufzug haben wir an diesen Orten Kameras installiert. Seither herrscht dort weitgehend Ruhe", so Pecher.

Andere städtische Einrichtungen sind laut Patrick Stärk in den vergangenen Jahren von Verwüstungen und Zerstörungen verschont geblieben. "Früher gab es vor allem Probleme durch Graffiti-Sprayer, wie in der Maxenbuck-Unterführung. Geholfen hat, dass die Stadt Engen ein Spezial-Gerät gekauft hat. Mit dem lassen sich Graffitis schnell entfernen. Dies verhindert Nachahmer von Graffiti-Sprühungen, die es vielfach gibt", so Stärk.