Ein Sachstandsbericht zur Sanierung des seit November 2019 gesperrten Mühlenstiegs stand im Mittelpunkt der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats. Nach der Präsentation des Ingenieurbüros Freese und einer längeren Ausprache entschieden sich der Rat und Bürgermeister Manfred Ossola wegen der prognostizierten Kosten von rund 400 000 Euro – bisher ging man von 250 000 Euro aus – auf Vertagung dieser Angelegenheit. Nun sollen noch weitere Alternativen überdacht werden.

Bereits 250 000 Euro im Haushaltsplan 2020 eingestellt

Aus Gründen der Verkehrssicherheit und in Abstimmung mit dem Versicherer wurde im November 2019 der Mühlenstieg – eine fußläufige Verbindung zwischen dem Mühlenplatz, der Schule und der Altstadt – gesperrt. Für die Sanierung wurden bereits 250 000 Euro in den Haushaltsplan 2020 eingestellt. Wegen der schwierigen Hanglage wurden schon im Jahr 2016 geologische Untersuchungen vom Büro Kempfert durchgeführt. Die Ergebnisse stellte die Gemeinde dem neu beauftragten Ingenieurbüro Freese zur Verfügung.

Sanierung des Ist-Zustandes macht keinen Sinn

Mittels einer gut bebilderten Präsentation gab Harald Seidler als Sachbearbeiter des Büros Freese einen Sachstandbericht. Er vertrat die Meinung, dass eine Sanierung des Ist-Zustandes keinen Sinn macht. Anhand von zahlreichen Großaufnahmen versuchte er diesen Eindruck zu verdeutlichen. Seidlers Hauptkritik: Der bestehende Mühlenstieg ist zu wenig mit dem Hang verbunden und könnte deshalb weiter abrutschen. Ein komplett neuer Weg sollte deshalb mit sogenannten Mikro-Bohrpfählen im Hang verankert werden. Zur Gestaltung des neuen Stieges machte Seidler ebenfalls mehrere Vorschläge. 

Neue Kostenschätzung: 400 000 Euro

Bei der Aussprache wurde dann sehr schnell klar, dass sich die Mehrheit der Räte mit den geschätzten Baukosten von 400 000 Euro nicht abfinden will. Michael Graf (FW) stellte schließlich den Antrag auf Vertagung. „Ich tue mich ebenfalls schwer, heute Abend eine Entscheidung zu fällen, und bin auch der Meinung von Michael Graf„, so Bürgermeister Ossola. Grafs Vorschlag wurde einstimmig angenommen.