Was ein richtiger Rad-Rennfahrer werden will, fängt früh an. Auf 24-Zoll-Rädern gingen die jüngsten Teilnehmer am Sonntag an den Start, die unter Neunjährigen eröffneten das diesjährige Mountainbike (MTB) Rennen des RSV Neuhausen. Zum neunten Mal veranstaltete der Radsportverein das MTB für Hobbyfahrer, an dem auch in diesem Jahr 100 Kinder und Erwachsene teilnahmen.

Eine kleine Proberunde vor dem Rennen, dann gehen auch die jüngsten Teilnehmer an den Start.
Eine kleine Proberunde vor dem Rennen, dann gehen auch die jüngsten Teilnehmer an den Start. | Bild: Christel Rossner

Der achtjährige Jan Sprenger aus Engen war schon ein bisschen aufgeregt, in diesem Jahr fuhr er eine Klasse höher. "Die anderen haben alle so große Räder", hatte er festgestellt. "Das größere Fahrrad kommt noch, egal, wie er abschneidet", versicherte seine Mutter Jasmin Sprenger. Jan geht es um den Spaß, er trainiert nicht, sondern fährt, wenn er Lust hat. Punkt zehn Uhr starteten die jüngsten Teilnehmer. "Ehrgeiz ist wichtig, aber Gesundheit geht vor", gab Vorsitzender Willi Hipp den Mädchen und Jungen mit auf die Strecke. Unter Applaus der Eltern und Zuschauer fuhr schon nach zwei Minuten der Erste wieder durchs Ziel. Gestaffelt nach Alter gingen die jüngsten Teilnehmer auf einen Rundkurs von 1,6 Kilometer, im Hauptrennen fuhren die Herren in sechs Altersklassen mit sechs Runden und 22,8 Kilometer die längste Strecke.

Jan Sprenger meint: "Radfahren macht Spaß. Ich will nicht unbedingt gewinnen, aber ich gebe mein Bestes."
Jan Sprenger meint: "Radfahren macht Spaß. Ich will nicht unbedingt gewinnen, aber ich gebe mein Bestes." | Bild: Christel Rossner

Dirk Minge aus Welschingen feuerte seine Tochter Enya an: "Vor dem Berg wieder in einen leichteren Gang schalten, ja, super", rief er ihr zu. Er selbst ist passionierter Hobby-Radfahrer, fünf bis sechs Mal die Woche trainiert er und hat in diesem Jahr schon zehntausend Kilometer heruntergeradelt. Auch Dirk Minge trat am Nachmittag zum Wettkampf für Erwachsene an. Er war zuversichtlich: "Ich bin schon ambitioniert. In meiner Altersklasse könnte ich hier auch etwas erreichen." Ein Wettkampf habe für ihn schon seinen Reiz.

"Kämpfe, kämpfe, kum" – das ist der Leitspruch von Dirk Minge. "Sonst bräuchte ich hier nicht antreten."
"Kämpfe, kämpfe, kum" – das ist der Leitspruch von Dirk Minge. "Sonst bräuchte ich hier nicht antreten."

Beim Neuhauser MTB ist das halbe Dorf aktiv, rund 75 Helfer aus dem Ort und allen Ortsvereinen waren in diesem Jahr wieder im Einsatz. Auch Timo Winterhalder unterstützte den RSV am Grill des Verpflegungsstands. Sein zwölfjähriger Sohn Nico nahm schon zum dritten Mal teil. "Die Teilnehmerzahl ist wetterabhängig", sagte Willi Hipp, aber im Schnitt seien es rund 100 Hobbyfahrer. Das Neuhauser MTB Rennen komme gut an. Die Strecke sei technisch nicht zu schwierig, aber schon anspruchsvoll, so Willi Hipp. Der Rundkurs für alle Fahrer begann auf dem Platz neben der Kirche und führte die Erwachsenen über Felder und Wiesen durch den Hegau. Die Teilnehmer kamen aus dem ganzen Umkreis bis hin nach Lörrach, Schramberg und Stuttgart.

Am Mittag dann füllte sich der Platz, die erwachsenen Teilnehmer machten sich startklar. "Es ist ein leichtes Rennen", meinte Klaus Mayer aus Singen, dazu sei das Wetter erträglich. Ihm gehe es um den Spaß an der Sache. Mayer ist zwar geübter Mountainbiker, war gestern aber zum ersten Mal dabei. Familie Lamparder aus Münsingen bei Reutlingen wiederum ist gerade in der Nähe im Urlaub und findet die Gegend schön. Als Mitglieder der Radsportabteilung im TSG Münsingen gingen Kinder und Eltern an den Start. "Es wird nicht einfach", meinte Annette Lamparder, die Strecke sei ganz schön anspruchsvoll. Vier Runden zu je 3,8 Kilometer lagen da noch vor ihr.

Kaum im Ziel geht es schon auf zur nächsten Runde: Jasmin Sprenger (von links) Julia und Nicole Minge feuern die Teilnehmer an.
Kaum im Ziel geht es schon auf zur nächsten Runde: Jasmin Sprenger (von links) Julia und Nicole Minge feuern die Teilnehmer an. | Bild: Christel Rossner

Nach dem Startzeichen legten sich die Teilnehmer ins Zeug. Mit der Freiheitstraße musste schon gleich am Anfang der Strecke die erste Steigung bezwungen werden. "Hopp, hopp, hopp" tönte es quer über den Platz. Auch Nicole Minge und Jasmin Sprenger feuerten ihre Ehemänner an. "Es waren schon mehr Zuschauer da", waren sich beide einig. Das Wetter sei vielen wohl zu warm gewesen, so ihre Erklärung. Der Großteil der Zuschauer blieb denn auch unter den Sonnenschirmen an den Tischreihen sitzen.