Engen – Wohlfühlen in der Schulmensa: Das ist das Motto der neuen Pächter „Habitzki Food Concept eat & learn“ der Mensa des Engener Gymnasiums. Petra de Rossi-Habitzki und Jürgen Habitzki übernehmen ab dem kommenden Schuljahr die Essenslieferung in Engen. Neben dem Gymnasium werden die Realschule, die Werkrealschule und die Hewenschule beliefert. Das Paar wohnt in Singen-Friedingen und war bisher an der dortigen Schule tätig.

Die Mensa in Engen soll statt Mensa- eher Restaurantcharakter haben. Dabei wird auf gesunde Kost wie Joghurt und Müsli, Wert gelegt. Das Essen solle aber auch "jung" sein, sodass die Kinder und Jugendlichen gerne in die Mensa kommen, so de Rossi-Habitzki. Die Aufgabe sei es, die Kinder von dem Angebot zu überzeugen. Der bisherige Pächter, die Bäckerei Grecht, hat verschiedene Backwaren angeboten. Dies werde es in dieser Auswahl nicht mehr geben. Darüber hinaus soll das Angebot von Tag zu Tag variieren. In Eigeltingen habe das gut funktioniert. Jürgen Habitzki erzählt vom „Fleischkäsetag“ am Freitag: „Die Kinder kommen oft schon morgens und fragen, ob es schon Fleischkäse gibt. So wird das Essen zu etwas, auf das man sich freut. Außerdem fällt den Schülern die Entscheidung, was sie essen wollen, dadurch leichter.“

Wichtig ist das Mittagessen für die Ganztagsschulen. Dabei stehen den Schülern und Lehrern zwei Menüs sowie ein Salatbuffet für je 3,90 Euro pro Portion zur Auswahl. Das Menü kostet für Lehrer und Schüler gleich viel. Bezahlen kann man sein Menü entweder vor Ort, oder vorher online Chips dafür kaufen. Die Chips sollen den Eltern die Sicherheit geben, dass ihr Kind für die 3,90 Euro wirklich ein Mittagessen in der Mensa kauft. Die Menüs müssen nicht vorbestellt werden, erfahrungsgemäß kämen dann weniger Schüler zum Essen. Jürgen Habitzki setzt auf Erfahrungswerte: „Wenn Produkte ausgehen, dann ist das so. Aber man lernt daraus und passt das Angebot an.“ Gekocht werde möglichst frisch und gesund.

Das Ehepaar sieht die Veränderung als Herausforderung, freut sich aber darauf. Zum einen ist Engen größer als Eigeltingen, sie werden künftig für 1500 Schüler liefern. Das Essen in der Mensa in Eigeltingen sei verpflichtend, in Engen nicht. Dadurch lässt sich schlechter einschätzen, wie viele Schüler zum Essen kommen. Außerdem gibt es in Engen für die Pächter mehr Konkurrenz, Schüler in die Mensa zu locken werde schwieriger. Da das Konzept die Mensa als Restaurant sieht, sei es wichtig, dass sich die Schüler an die Regeln halten. Zudem legt Petra de Rossi-Habitzki Wert auf Höflichkeit. „Manche werden über mich schimpfen, das war auch in Eigeltingen so. Aber es ist wichtig, dass die Kinder lernen, wie man sich benimmt“, erklärt die dreifache Mutter. Der Engener Bürgermeister Johannes Moser begrüßt die Pläne der Pächter. Es sei wichtig, die Kinder von gesundem und frischem Essen zu überzeugen. Das sei auch im Sinne der Eltern.

 

Zum Konzept

Jürgen Habitzki leitete früher die Küche im Jugendwerk in Gailingen. Ferner war er Küchenchef im HBH-Klinikum Singen. Das Ehepaar beliefert seit 2016 die Grundschule Engen. Die Idee, Schulen zu beliefern, entstand mit der Übernahme der Mensa in Eigeltingen im Schuljahr 2015/16. Das Konzept "eat & learn" verbindet das schulische Lernen mit dem Essen, was laut Habitzki untrennbar zusammen gehöre. Qualität und Frische des Angebots sei dabei besonders wichtig. Der Vertrag mit dem Ehepaar Habitzki tritt am 1. August in Kraft.