Die Bilder verwundern und amüsieren: Eine Büste des Philosophen Karl Marx schwebt frei in luftiger Höhe, sein weit geöffneter Mund spuckt Bücher auf das Weiße Haus in Washington.

Auf einem anderen Bild schaut ein demütig blickender Hund der Rasse Basset mit Rennkappe auf dem Kopf den Betrachter an, auf seinem Rücken sitzt ein Jockey, der dem Hund etwas ins Ohr zu flüstern scheint.

Motive irritieren den Betrachter

„Ruf der Bilder“ heißt die Ausstellung mit Bildern und Skulpturen von Kai Matussik im Städtischen Museum Engen, deren Titel schon dazu aufruft, das Geschehen auf den Bildern selbst weiterzuspinnen.

Die Motive irritieren, sie führen unsere alltäglichen Sehgewohnheiten in die Irre und regen zum Nachdenken an. Auf dem Bild „Zugvögel“ treiben Schwimmringe in Form von Flamingos auf der Wasseroberfläche, aus der Öffnung ragen Köpfe von Schwarzafrikanern hervor. Die am Petersfels gefundene Venus von Engen steckt in einem Astronautenanzug und schwebt über der Mondoberfläche.

„Nicht in tiefere Regionen“

„Wie ordnet man den Künstler Kai Matussik ein?“, stellte Museumsleiter Velten Wagner bei der Eröffnung die Frage. Man denke an Pop Art, Comics oder Street Art, seine Kunst strahle etwas Zeitgenössisches aus, sie stoße aber nicht in tiefere Regionen.

Aber es gebe Irritationsmomente, wo es anfange, spannend zu werden: „Es geht um das Sehen und mit dem Sehen verbundene Momente.“

„Frisch, frech, fröhlich und politisch“

Matussik bringt Widersprüche zu einer absurden Bildaussage zusammen: Ein Panda-Bär mit Pinsel in der Pfote malt sich selbst, ein Yogi raucht in einer verrenkten Körperhaltung eine Havanna. Der Riesenfußabdruck auf der Mondoberfläche zeigt den Astronauten, dass sie nicht als Erste den Mond betreten haben.

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Der Künstler bezeichnet seine Bilder als frisch, frech, fröhlich und politisch mit einem Hang zum Abgründigen. Er versteht sich als Humorist und Satiriker, der mit unterschiedlichen Bildtechniken und -mitteln, seriell übermalter Druckgrafik und Objekten aus verschiedenen Materialien arbeitet. Die Bilder überraschen und machen stutzig. Sie verleiten zum genauen Hinschauen und Hinterfragen.

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