Der Hofnarr der Stadtverwaltung in Engen, Johannes der Einzige, wurde seines Amtes enthoben, die Narren haben die Macht offiziell übernommen. Gnadenlos deckten Präsident Sigmar und sein närrisches Gefolge die Untaten der mittelalterlichen Edelschar im Rathaus auf, verdammten sie zum Abdanken und versprachen, dass wieder Vernunft in die Regierung einziehen werde. Hofnarr Johannes überließ ihnen pflichtschuldig die Regierung.

Narren-Präsident verspricht, Regierung umzukrempeln

Ins Mittelalter zurückversetzt fühlte sich Narren-Präsident Sigmar Hägele, als er "die Hocherrschaftlichen Damen und Herren von Hewen und Lupfen sah in der Stadt umherhupfen". Er beklagte ihre Untaten und Ausbeutung der Bürger, die Schikane und das Elend, das sie verbreiteten. "Hunger und Elend sind nun vergessen und einzieht Vernunft, von nun an regiert die Narrenzunft. Die Burg und die Stadt sind ruiniert, drum wird jetzt vo uns uffem Rothaus regiert."

Und dem Bürgermeister gab er auf den Weg mit: "Als Hofnarr vu Engen kascht die bi uns no vergnüge, aber ich due ab jetzt regiere. Ab jetzt wird geschafft und alles wieder zsammegrafft. Ich bin sicher in Engen sind alle froh, und begrüße uns mit Narri und Narro!"

Jürgen Stille mit seinen hübschen Burgdamen. Bild: Jürgen Waschkowitz
Jürgen Stille mit seinen hübschen Burgdamen. Bild: Jürgen Waschkowitz

Scheinbar widerstandslos beugte sich der Rathauschef der Übernahme und Johannes verkündete: "Mir ist es völlig schnuppe, wird mei Rathaus heut zum Narrenschuppe. Es denkt in der Stadt so mancher Kopf, das sei sowieso das ganze Jahr ein Narrenschopf. Dem widerspreche ich aber behende, das sind alles nur Mythen und Legenden. Mit euch wirds im Rathaus weder klug noch schlau, denn mit euch regiert nur die Unvernunft in diesem Bau. Bürger, wie könnt ihr diesem Haufen vertraue, der tut nur frevelhaft euer Geld raushauen. Wie sagten schon die Heiligen aus Büren, ein närrisches Volk ist leicht zu verführen. Deren Verschwendungssucht vor allen Dingen müsste euch doch zur Abkehr bringen. Denn es bleibt Mythos und Legend', dass die Zunftler im Rothus schaffe wänd."

Doch er beugte sich der Macht und übergab den Rathausschlüssel den neuen Narren-Herrschern. "Hier, nehmt den Schlüssel für Rathaus und Büro, er passt übrigens auch zum Bürgermeisterklo . Dann spürt ihr gleich, jetzt seid ihr händisch, für jeden Mischt in der Stadt zuständig."

Was die Narren noch erwarten können

  • Am Fasnetsamschtig findet ab 20 Uhr der Zunftball unter dem Motto „Mythen und Legenden“ in der Neuen Stadthalle statt. Musikalische Umrahmung übernimmt die Formation „Toms-Wilder-Süden“. Karten noch an der Abendkasse oder bis 12 Uhr bei Schreibwaren Körner.
  • Am Fasnetsunntig ab 14 Uhr Umzug mit Narrengruppen, Vereinen und freien Gruppen. Anschließend närrisches Treiben in der Altstadt.
  • Am Fasnetmäntig lockt die Närrische Ratssitzung um 10 Uhr ins Foyer der Stadthalle. Ab 14 Uhr Kindernachmittag mit „Pirmin“ und den Hansele in der Stadthalle.
  • Am Fasnatdienschtig um 19 Uhr Fasnetverbrennung und Kehraus in den Narrenbeizen in Engen. (jw)