Normalerweise treten die Kinder in die Fußstapfen der Eltern. Bei der Familie von Ines Lutz, neue Stadträtin für die UWV in Engen, war es gerade anders herum: Ihre Tochter Lili schaffte den Sprung in den Engener Jugendgemeinderat, jetzt folgte ihre Mutter in das große Gremium nach. „Lili hat sich sehr darüber gefreut und richtig mitgefiebert“, schildert Ines Lutz. Auch sonst findet sie in ihrer Familie, zu der noch ihr Mann Frank und die 15-jährige Lucy gehören, viel Verständnis für das neue Ehrenamt.

In ihrer Schulzeit war sie Klassensprecherin

Bereits vor fünf Jahren hatte man bei Ines Lutz angefragt, ob sie sich eine Kandidatur vorstellen könnte. „Damals war ich noch nicht so weit. Jetzt war der Zeitpunkt, an dem ich sagen konnte, ich bin bereit dafür“, so die 49-jährige Lehrerin. Engagement und Begeisterung bringt sie mit: Mitreden hat sie schon in der Schulzeit als Klassensprecherin und Mitglied der SMV trainiert. In Engen, wo sie seit zwanzig Jahren wohnt, ist sie sehr gut vernetzt: „Und das möchte ich auch nutzen“, betont sie. Sie ist in mehreren Vereinen, darunter auch der Stubengesellschaft und war Gründungsmitglied des Büchereifördervereins, denn Kunst und Kultur sind ihre Leidenschaften. Nach ihrer Schulzeit in Mühlhausen und dem Studium für Grundschulpädagogik in den Fächern Kunst und Deutsch in Freiburg, arbeitete sie um die Jahrtausendwende zunächst einige Jahre im Kulturamt in Singen. Damals wurden das Stadtjubiläum und anschließend die Landesgartenschau organisiert. „Das war eine sehr wichtige Zeit für mich“, so die Stadträtin.

Sie sieht sich nicht als Quotenfrau

Die Chemie muss stimmen, innerhalb der Fraktion, meint sie. Auch das war ausschlaggebend für ihr politisches Engagement: „Ich freue mich auf die Arbeit im neuen Gemeinderat. Wir kennen uns untereinander schon, vom Vereinsleben, von der Schule.“ Als Lehrerin vertritt sie eine Berufsgruppe, die länger nicht im Engener Rat repräsentiert war, als Quotenfrau möchte sie dagegen nicht bezeichnet werden. „Wir sind alle auf Augenhöhe im Gemeinderat“, betont Lutz. Die Ratskollegen erlebt die 49-jährige als Mentoren, die ihr Wissen gerne weitergeben. Auf ihrer persönlichen Agenda als Gemeinderätin steht neben der Stärkung des Ehrenamts auch die Verbesserung des Stadtbildes. „Wir sollten die Straßen grüner machen und die Natur in die Stadt hinein nehmen. Rückzugsorte sind unheimlich wichtig“, ist Ines Lutz, die selbst Gartenliebhaberin ist, überzeugt.