Erna Schmid erinnert sich noch genau: Es war 1987, als der erste Esel bei ihr einzog. Als eines ihrer Pferde starb, wollte sie einen Esel zum verbleibenden Pferd stellen. Eine schlechte Idee, wie sie feststellen musste. Der Esel fühlte sich nicht wohl. So kam bald ein weiterer Esel als Gesellschaft dazu, der dem Schlachter übergeben worden wäre, hätte Erna Schmid ihn nicht gerettet.

Erna Schmid merkte, dass die Eselhaltung nicht einfach ist, was wohl kaum einer der Vorbesitzer wusste. "Esel sind Wüstentiere. Sie sollten nicht nass werden, fressen hauptsächlich Heu und Stroh, und zu viel Gras kann schädlich sein. Außerdem sind sie sehr gesellig und brauchen viel Auslauf." Die gute Tat sprach sich schnell herum und so wurden bald viele weitere alte, kranke oder falsch gehaltene, vernachlässigte und misshandelte Tiere in ihre Obhut gegeben.

Die Esel vom Eselheim Merlin können jederzeit den Stall verlassen, dürfen sich aber auch drinnen unterstellen, wenn sie wollen. Bild: Katja Fuchs
Die Esel vom Eselheim Merlin können jederzeit den Stall verlassen, dürfen sich aber auch drinnen unterstellen, wenn sie wollen. Bild: Katja Fuchs

2010 zog das Heim von Hüttikon in der Schweiz nach Engen-Welschingen um. Dort leben inzwischen etwa 70 Esel, die von Erna Schmid und ihren sieben Mitarbeitern aufgepäppelt wurden. Bei ihr haben es die Langohren gut. 20 Hektar Land bieten Platz für viel Bewegung, zum Unterstellen, und es gibt sogar Krankenstationen, wo individuell auf jedes Tier eingegangen wird. "Tatsächlich sind die Charaktere sehr unterschiedlich. Es gibt Freundschaften unter den Eseln, die nicht getrennt werden, wenn wir Tiere weitervermitteln", erklärt Erna Schmid.

Viel Liebe und Arbeit stecken in dem Heim, es ist jedoch eine Herausforderung, genügend Förderer und Paten zu finden. Das Eselheim "Merlin" finanziert sich ausschließlich über Spenden. Um die Bekanntheit des Gnadenhofes zu steigern, findet alle zwei Jahre ein Tag der offenen Tür statt, diesmal am Sonntag, 16. September.

Großes Programm für die Besucher des Eselhofs

Ein Pendelbus fährt die Gäste vom Bahnhof Welschingen-Neuhausen zum Eselheim. Dort erwarten sie zwischen 11 und 16 Uhr Führungen durch Stall und Gelände, Kaffee und Kuchen, ein Auftritt von "Pepi" um 14 Uhr, Bastelecken und Kinderschminken, Wettbewerbe und vieles mehr. "Letztes Jahr waren ein paar hundert Besucher da", erinnert sich Erna Schmid und hofft: "Vielleicht kommen dieses Mal bei dem schönen Wetter ja sogar noch mehr."