Die Eiszeit kehrt für zwei Tage hautnah in den Eiszeitpark im Brudertal unterhalb von Bittelbrunn zurück. Alle zwei Jahre veranstaltet die Stadt auf dem Gelände ihres Eiszeitparks zusammen mit Fachleuten der prähistorischen Archäologie die "Petersfelstage – Erlebnis Eiszeit." Die 14. Auflage findet am Samstag und Sonntag, 14. und 15. September statt. Im Rahmen der Petersfelstage werden auch die offiziellen Europameisterschaften für prähistorische Jagdwaffen ausgetragen.

Mit zwei nachempfundenen "Markttagen" möchte die Stadt Engen auf dem Gelände ihres Eiszeitparks für zwei Tage wieder das Leben und Wirken der Menschen während der Eiszeit lebendig werden lassen und das ganze Spektrum des steinzeitlichen Lebens anschaulich und begreifbar machen. Die Besucher können in eine Zeit eintauchen, als Handwerker für die Herstellung einer Speerspitze noch mehrere Tage brauchten, Suppen in Erdlöcher gekocht und erlegte Tiere ausgeweidet wurden. "Es werden zwei spannende Tage für die Besucher", verspricht Bürgermeister Johannes Moser im Pressegespräch. "Wir wollen die Besucher anregen, die Eiszeit nachzuempfinden", ergänzt Velten Wagner, der mit Maike Völker die Petersfelstage organisiert. Wagner betont noch, dass eine Zäsur bei der konzeptionellen Ausrichtung mit den Nachfolgern von Gerd Albrecht eingeläutet wurde. "Mit der Übernahme der Aufgaben von Rudolf Wagner und Isabel Karle erfolgt praktisch ein Generationswechsel", so der Kulturamtsleiter.

Er fühlt sich Wohl in seinem Outfit: So könnten die Bewohner des Brudertals in prähistorischen Zeiten oroginal ausgesehen haben. Bild: Jürgen Waschkowitz
Er fühlt sich Wohl in seinem Outfit: So könnten die Bewohner des Brudertals in prähistorischen Zeiten oroginal ausgesehen haben. Bild: Jürgen Waschkowitz

Prähistorisches Lagerleben wird rekonstruiert

Am Samstag und Sonntag werden in dem bunten Treiben eiszeitliche Waffen, Werkzeuge, Kleidung und Schmuck hergestellt und die Besucher zum Mitmachen bei diversen Aktionen animiert. Vor Ort wird eindrucksvoll mit zeitgemäßen Geräten ein Reh zerlegt, werden Fell, Knochen und Sehnen weiter verarbeitet und das Fleisch adäquat zubereitet. Wer will, kann probieren. Rekonstruiert werden eiszeitliche Zelte und ein buntes Lagerleben, mit Pflanzen- und Heilkräuter sammeln, Fleisch räuchern und dem Herstellen von Muschelschmuck, prähistorischen Waffen sowie Haushalts- und Arbeitsgeräten.

Alle ausgeweideten Teile des Rehs konnten die Eiszeitmenschen für ihr Überleben verwenden. .Archivbild: Jürgen Waschkowitz
Alle ausgeweideten Teile des Rehs konnten die Eiszeitmenschen für ihr Überleben verwenden. .Archivbild: Jürgen Waschkowitz

Ergänzend finden Führungen durch den Eiszeitpark und den Petersfels statt. Ein Höhepunkt der Petersfelstage sind die Europa-Meisterschaften für prähistorische Jagdwaffen. Zu den öffentlich zugänglichen Wettkämpfen haben die Besucher freien Zutritt. Ein Erlebnis sind auch zwei Musikvorführungen von Gabriele Dalferth mit prähistorischen Musikinstrumenten.

Anmeldungen im Bürgerbüro und gegen Vorkasse. Drei Führungen pro Tag können auch ohne Vorbuchung für Auswärtige genutzt werden

Eine Schamanin zeigt ihre historischen Utensielen und erklärt den Besuchern das steinzeitliche Leben und Wirken..Archivbild: Jürgen Waschkowitz
Eine Schamanin zeigt ihre historischen Utensielen und erklärt den Besuchern das steinzeitliche Leben und Wirken..Archivbild: Jürgen Waschkowitz

Petersfelstage im Brudertal

  • Der Eiszeitpark ist im Brudertal unterhalb von Bittelbrunn angesiedelt. Der Petersfels, an dem der Eiszeitpark angelegt wurde, ist als eine der bedeutendsten steinzeitlichen Fundstellen bekannt. Auf einer Fläche von rund drei Hektar wurde ein Gelände mit einer späteiszeitlichen Vegetation geschaffen. Hier finden sich die Besucher auf den Spuren der steinzeitlichen Rentierjäger vor 15 000 Jahren wieder.
  • Zu den prähistorischen Jagdwaffen, die bei der Europameisterschaft verwendet werden, zählen die Speerschleuder und der Bogen. Die Speerschleuder gilt als die erste Fernwaffe des Menschen. Sie wurde vor etwa 15 000 Jahren erfunden. Die Erfindung der Speerschleuder bedeutete einen Markstein in der Jagdtechnologie. So konnte der Bedarf an Fleisch besser abgedeckt werden. Der älteste Fund eines Jagdbogens stammt aus Dänemark und ist über 8000 Jahre alt. Die Technik des Bogenschießens wird aber viele Jahrtausende älter vermutet. Mit Pfeil und Bogen konnten die Tiere aus größerer Entfernung erlegt werden. Die Bogen wurden früher meist aus dem Holz der Ulme und der Eibe hergestellt.
  • Die Petersfelstage beginnen am Samstag um 13 Uhr und enden um 17.30 Uhr. Am Sonntag beginnt das Spektakel um 11 Uhr und endet um 17 Uhr. Für Bewirtung sorgt die Freiwillige Feuerwehr Bittelbrunn, nicht nur mit prähistorischen kulinarischen Angeboten.
  • Infos und Voranmeldung unter Telefon (07733) 50 22 15 16 oder im Internet unter www.engen.de