Sie schaffen Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in Engen, sie unterstützen Lehrer bei ihrer Arbeit mit jungen Menschen und sie geben Schülern konkrete Hilfestellung – grundsätzlich lassen sich die wichtigsten Aufgaben der Stadtjugendpflege und der Schulsozialarbeit so zusammenfassen.

Dass dahinter aber weit mehr steckt und das Bedürfnis junger Menschen nach Hilfe und Orientierung die personellen Möglichkeiten des jungen Sozialpädagogen-Teams teils an die Grenzen bringt, zeigten die diesjährigen Berichte der Stadtjugendpflege und der Schulsozialarbeit.

Yasmin Harfmann, Lea Kümmerle und Lisa Ray

Seit Anfang des Jahres arbeitet Sozialarbeiterin Yasmin Harfmann mit einer halben Stelle in der Stadtjugendpflege. Mit ebenfalls 50 Prozent kümmert sie sich um die Schulsozialarbeit an den Grundschulen Engen und Welschingen.

Ebenfalls neu seit diesem Jahr ist Sozialarbeiterin Lea Kümmerle, die in Vollzeit für die Schulsozialarbeit am Anne-Frank-Schulverbund sowie an der Hewenschule zuständig ist. Seit gut einem Jahr arbeitet Sozialpädagogin Lisa Ray mit einer 50-Prozent-Stelle als Schulsozialarbeiterin am Engener Gymnasium. Alle drei Fachkräfte arbeiten im Rahmen einer Kooperation mit der Diakonie in Engen.

Vielfältige Aufgaben für Jugendpflege

Yasmin Harfmann stellte den Mitgliedern des Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschusses nun die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Stadtjugendpflege vor. Neben der Leitung des Jugendtreffs Hexenwegle und des Schülertreffs Chill Out gehöre dazu die Zusammenarbeit mit dem Jugendgemeinderat, Veranstaltungen wie das Flow Festival, die Gestaltung des Ferienprogramms, Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen sowie die Teilnahme an Arbeitskreisen.

Im Vergleich zu den Vorjahren seien die Besucherzahlen im Jugendtreff ein wenig geringer: „Die Jugendlichen brauchen ein wenig Zeit, um Vertrauen zu mir als neuer Stadtjugendpflegerin zu bekommen“, sagte Harfmann. Ihr Ziel sei es, einen festen Wochenplan für den Jugendtreff zu bieten und die Räume gemeinsam mit den Jugendlichen umzugestalten.

Halbe Stelle muss dringend besetzt werden

Seit diesem Monat unterstützt Oskar Lorenz im Rahmen seines Bundesfreiwilligendienstes die Arbeit bei der Stadtjugendpflege. Dennoch, so der Bericht, wäre die Stellenbesetzung der bislang fehlenden 50 Prozent als Unterstützung dringend erforderlich.

Auch CDU-Gemeinderat Bernd Waldschütz wollte wissen, bis wann mit einer Vollbesetzung gerechnet werden könne. Beate Hübner, Fachbereichsleiterin bei der Diakonie, erklärte, dass die Personalsuche insbesondere wegen der Arbeitszeiten schwierig sei. Umso positiver bewerteten die Räte und Bürgermeister Johannes Moser die trotz begrenzten Stellendeputats enorme Leistung von Yasmin Harfmann.

Arbeit als „Anwalt der Schüler“

Lisa Ray und Lea Kümmerle erklärten in ihrem Bericht, dass sie sich als „Anwalt der Schüler“ verstehen und dabei großen Wert auf Vertraulichkeit legen. Gleichzeitig unterstützten sie die Lehrer. Sie betonten, wie wichtig Präventionsarbeit sei, gerade in Bezug auf Themen wie Mobbing oder Gewalt. Gleichzeitig stellten sie fest, dass sie bei ihrer Arbeit an Grenzen stoßen. „Wir machen was wir können und geben alles“, formulierte Lisa Ray. Gerade bei den Einzelgesprächen mit Schülern komme es aber zu längeren Wartezeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Auf die Nachfrage von den UWV-Räten Heinrich Holl und Armin Höfler, ob die Zahl der Fälle zunehme, sagte Beate Hübner, dass tatsächlich zum einen die Fallzahlen stiegen, wie im bundesweiten Trend, aber dass sich gleichzeitig auch viel an den Rahmenbedingungen verändert habe. So gebe es heute beispielsweise eine Handlungspflicht bei Vermutung einer Kindeswohlgefährdung, wo früher vielleicht einfach weggeschaut wurde. Zudem müssten Kinder heute „funktionieren“ und „dass wir da als Gesellschaft irgendwann die Quittung kriegen, darüber müsste man sich eben Gedanken machen“, so Hübner. Es sei als gutes Zeichen zu werten, wenn sich die Kinder Hilfe holten.

Stadt beteiligt sich mit Obolus

Bürgermeister Moser lobte den Einsatz der Schulsozialarbeiterinnen: „Sie sind sehr motiviert bei ihrer Aufgabe.“ Der Stellenschlüssel werde von Experten im Landratsamt erstellt, die 50 Prozent am Gymnasium hält er aber für ausreichend. Im Rahmen einer landkreisweiten Aufstockung der Jugendhilfe wolle sich die Stadt mit einem Obolus beteiligen, auch wenn die Kommune für die Jugendhilfe nicht zuständig sei.