Bitte was? In Engen wird ein Gebären-Schnupperkurs angeboten? Auf den ersten Blick liest sich die Überschrift dieser Pressemitteilung etwas kurios. Aber, zwei Mal hinschauen lohnt sich. Mir ist ein „d“ verloren gegangen: Das beworbene Angebot will nicht etwa das korrekte Kinderkriegen vermitteln, sondern die Sprache der Gebärden. Genauer gesagt, richtet sich der Kurs an Menschen, die mit Nichtsprechenden kommunizieren möchten. Interessant.

Aber die Kollegin reißt mich aus meinen Gedanken. So seltsam wäre das gar nicht, mit dem Gebären-Kurs, meint sie. Schließlich gebe es heutzutage die verschiedensten Vorbereitungsangebote für werdende Eltern. Neben Gymnastik stünden Schwimmen, Yoga und Bauchtanz für Schwangere hoch im Kurs. „Mittlerweile gibt es sogar Wehensimulatoren für Männer“, sagt sie mit einem breiten Lächeln. Zum zweiten Mal an diesem Morgen frage ich mich, ob ich gerade etwas falsch verstanden habe.

Sadistische Methoden?

Aber tatsächlich: Wer kurz im Internet recherchiert, erfährt, dass eine – vermutlich leicht sadistisch veranlagte – holländische Physiotherapeutin bereits vor Jahren ein solches Gerät für ein TV-Experiment entwickelt hat. Zusammen mit einem Techniker tüftelte sie einen Simulator aus, der mithilfe elektrischer Reize Muskelkontraktionen aussendet. Die Stromstöße kommen ohne Vorwarnung und werden immer stärker – eben wie bei echten Wehen. Und nicht nur das: Dadurch, dass der Wehensimulator die Muskeln zum Ermüden bringt, wird auch der Schmerz im Laufe der Zeit immer intensiver. Das klingt richtig fies, finde ich.

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Aber: Die Kollegin und die Sekretärin scheinen das anders zu sehen. Um jetzt der Frage aus dem Weg zu gehen, ob ich mich selbst einem solchen Folterexperiment unterziehen würde, muss schnell ein Ablenkungsmanöver her. Zum Glück gibt es zum Thema Gebären und Geburt einen Witz.

„Mehr Schmerzen für mich“

Der geht so: Frau und Mann sind im Kreißsaal. Als die Wehen der werdenden Mutter immer schlimmer werden, macht der Arzt einen Vorschlag: „Wenn Sie möchten, kann ich 50 Prozent des Schmerzes auf den Vater umleiten.“ Gesagt getan. Der Mann hat zwar anfangs ziemlichen Respekt, ist dann aber erleichtert, dass sich der Schmerz als gar nicht so schlimm herausstellt. „Geben Sie mir ruhig 75 Prozent“, gibt er dem Arzt zu verstehen. Und siehe da: Auch das ist kein Problem. „Wissen Sie was, leiten Sie einfach die kompletten Schmerzen auf mich um“, ruft er dem Doktor todesmutig zu. Kurze Zeit später kommt das Kind zur Welt. Kerngesund. Alles ist gut – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als das Paar zwei Tage später mit ihrem Neugeborenen nach Hause darf. Denn dort, direkt vor der Haustür, liegt tot: der Briefträger...

Sie fanden diesen Witz geschmacklos? Frauen- oder männerfeindlich? Beides? Wahrscheinlich haben Sie gar nicht so unrecht. Aber, als Ablenkungsmanöver hat er tatsächlich ganz gut funktioniert...