Im Rahmen der zehnten Erzählzeit ohne Grenzen Singen-Schaffhausen hat der in Zürich lebende deutsche Schriftsteller Heinz Helle in der Stadtbibliothek Engen aus seinem Buch "Die Überwindung der Schwerkraft" gelesen. Den 25 Zuhörern wurde dabei ein Sprachkunstwerk geboten, das sich in seinem Schwerpunkt mit den Tiefen der menschlichen Existenz befasst.

Zunächst etwas zu leise, man rückte dann etwas näher zusammen, begann Heinz Helle nach einer kurzen Einführung aus seinem Werk "Die Überwindung der Schwerkraft" zu lesen. Bei diesem Roman geht es um zwei Brüder, eigentlich zwei Halbrüder, mit einem Altersunterschied von zwölf Jahren, die eine Kneipentour durch München machen. Der Ältere kennt sich aus und trinkt längst ohne jeden Anlass, aus Trauer und Wut angesichts einer Welt, die nach seinem Empfinden nur noch von Leid, Gewalt und Krieg bestimmt ist. Je mehr Alkohol die beiden Brüder intus haben, desto offener wird das Gespräch über das, was war und ist. Beide wissen nicht, dass diese Kneipentour ohne Wiedersehen endet, denn neun Monate später stirbt der ältere Bruder.

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In der anschließenden Diskussion, die ebenfalls von Velten Wagner geleitet wurde, wollte zum Beispiel ein Zuhörer wissen, was das Vorgelesene mit dem Buchtitel "Die Überwindung der Schwerkraft" zu hat. "Hier gehe es, das komme insbesondere im nicht gelesenen Teil heraus, um das immer besonders runtergezogen werden", so Helle’s Erklärung.

In seinen einleitenden Worten war der Engener Kulturamtsleiter Velten Wagner zunächst auf die Biografie des Schriftstellers eingegangen. Heinz Helle, 1978 in München geboren, absolvierte ein Studium der Philosophie und arbeitete anschließend als Werbetexter. Sein Romandebüt "Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin" fand insbesondere in der Schweiz große Beachtung. Helle’s zweiter Roman "Eigentlich müssten wir tanzen" wurde sogar für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert.