Der Engener Gemeinderat hat die Weichen für die Zukunft der Feuerwehr gestellt: Er verabschiedete nun den sogenannten Bedarfsplan für die Feuerwehr Engen. Der Plan soll die Grundlage für die Feuerwehrarbeit der nächsten Jahre sein, er schaut auf bis zu 15 Jahre in die Zukunft. Ein ganz wichtiges Ziel ist dabei, die ehrenamtliche Struktur der Feuerwehr zu erhalten und nötige Anschaffungen in den Haushalt einzutakten.

Seit rund zwei Jahren beschäftigt sich der Gemeinderat von Engen mit der Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans. Der im vergangenen Herbst vom Gutachter Sven Volk vorgestellte Bedarfsplan wurde im Wesentlichen als sachgerecht und sinnvoll erachtet.

Planungssicherheit für Gemeinde und Feuerwehr

Es gab jedoch noch einige offene Fragen und Änderungs- oder Ergänzungswünsche. Diese wurden in den folgenden Monaten mit Verwaltung, Feuerwehr, Fraktionssprecher und Gutachter abgestimmt. In der vergangenen Sitzung stellte der Gutachter nun den geänderten Bedarfsplan in wesentlichen Punkten vor und ging dabei auf Änderungen ein.

Der Bedarfsplan solle Planungssicherheit herstellen, erklärte Bürgermeister Johannes Moser. "Auf der Grundlage dieses Zukunftsplanes können wir Investitionen jahresweise einplanen." Auch Sven Volk erklärte im Rahmen der Vorstellung des Plans im Gemeinderat, dass eines der Ziele sei, "keine Grundsatzdiskussionen mehr über einzelne Investitionen" führen zu müssen.

Auf die Zukunft der Gesamtfeuerwehr in Engen und das Ehrenamt der Aktiven sowie die technische Ausrüstung ist der Feuerwehrbedarfsplan ausgelegt. Archivbild: Jürgen Waschkowitz
Auf die Zukunft der Gesamtfeuerwehr in Engen und das Ehrenamt der Aktiven sowie die technische Ausrüstung ist der Feuerwehrbedarfsplan ausgelegt. Archivbild: Jürgen Waschkowitz

Aufrüstungen im Gerät würden sich aus dem Plan ableiten. Sie müssten aber weiterhin einzeln dem Gemeinderat vorgelegt werden, erinnerte der Bürgermeister. Eine diskutierte Budgetierung hatte der Gemeinderat abgelehnt.

Vorgaben für Fahrtzeit zum Einsatzort

In dem beschlossenen Bedarfsplan wird vorgestellt, wie das Risikopotential in der Kernstadt und den Ortsteilen und wie es mit dem Fahrzeugbestand aussieht, wann Ersatzbeschaffungen nötig sind und wie es um die aktuelle und zukünftige Mannschaftsstärke der Feuerwehr steht.

Außerdem ist ein wichtiger Abschnitt dem Schutzziel und der Zielerreichung gewidmet. Dort wird festgelegt, in welchem Zeitraum und mit wie viel Einsatzkräften die Feuerwehr an der Einsatzstelle sein und in wieviel Prozent der Fälle diese Vorgabe erreicht werden muss.

Ortsteilwehren sollen bleiben

Zudem regelt der Bedarfsplan die Zusammenarbeit und Zusatzalarmierungen der Kern- und Ortsteilwehren. "Wir haben auch kein Interesse daran, einzelne unserer Ortsteilwehren aufzulösen oder einzuschränken", betonte Bürgermeister Johannes Moser. "Im Gegenteil, ihre Ortskenntnis, Einsatz- und Leistungsbereitschaft ist Bestandteil unserer Planung."

Eins sei allen aber klar, hob der Bürgermeister hervor: "Maßnahmen, die Schlagkraft der eigenen Feuerwehr zu erhöhen und zu erhalten, brauchen ihre Zeit, wirken auf Jahre. Deshalb ist der Bedarfsplan ein wichtiges Instrument, die vorbildliche Handlungsfähigkeit unserer Feuerwehr zu erhalten und zu stärken, " so Moser. "Die Feuerwehr und wir wissen um die Anforderung der nächsten Jahre und können uns darauf einstellen sowie Maßnahmen treffen."

Dank und großes Lob für ihr Engagement zollten Moser sowie die Fraktionssprecher Gerhard Steiner (UWV) und Bernhard Maier (CDU) der Feuerwehr um Gesamt-Kommandant Dieter Fahr, dem Kreisbrandmeister Carsten Sorg, und Axel Pecher vom Rathaus.