Als ein vorbildlicher Verein mit beispielhaftem gesellschaftlich- und ehrenamtlichem Engagement wurde die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins Engen beim Festakt zu ihrem 125-jährigen Bestehen von allen Seiten gelobt. Diese Merkmale stellten die Mitglieder und der Vorstand am vergangenen Wochenende wieder eindrucksvoll unter Beweis mit der tadellosen Ausrichtung der 147. Hauptversammlung des Hauptvereins in der Neuen Stadthalle.

Auch die Delegierten aus 220 Ortsgruppen fühlten sich in Engen wohl, gut aufgehoben und versorgt. Festredner Kreisarchivar Wolfgang Kramer begeisterte mit einer gewohnt launigen Betrachtung der geschichtlichen Ereignisse seine Zuhörer. Der erste Landesbeamte des Landkreises Konstanz, Philipp Gärtner, überreichte im Namen des Bundespräsidenten die Eichendorf-Plakette. Die Gäste bedachten den Jubilar, mit seinem stolzen Vorsitzenden Peter Kamenzin, mit Geschenken. Horst Schmid, Urgestein der Engener Ortsgruppe, wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Ein Sternmarsch der befreundeten Ortsgruppen aus der Region beendete die tolle Jubiläumsfeier am Sonntagnachmittag. Präsident Georg Keller bedankte sich für einen "unvergesslichen Aufenthalt" und übergab den Vereinswimpel an die Ortsgruppe, die die Mitgliederversammlung im nächsten Jahr ausrichtet.

„Bei meinen Recherchen überkamen mich anfangs die Befürchtungen, es könnte eine langweilige Reise durch die geschichtliche Vergangenheit der Ortsgruppe Engen des Schwarzwaldvereins werden“, machte Wolfgang Kramer, Kreisarchivar und beliebter Festredner, seine Zuhörer neugierig. „Seit des Beginns 1891 tauchte in allen Festreden und sonstigen Aufzeichnungen immer wieder der vorbildliche Einsatz der Ortsgruppe zur Erhaltung des Turms und der Aussichtsplattform auf dem Hohenhewen sowie der Pflege der Wanderwege rund um Engen auf.“ Aber er habe sich getäuscht, „denn in der Folge schälte sich heraus, dass die Mitglieder der Ortsgruppe große Feste grandios feiern konnten und das gesellschaftliche Leben jeder Zeit-Epoche mitbestimmten und beispielhaft prägten.“

Auch Bürgermeister Johannes Moser pries die Ortsgruppe als besonders „aktiv und prägend, nicht nur bei der Erhaltung und Pflege der Natur, sondern auch dem gesellschaftlichen Leben der Stadt.“ Er zählte die zahllosen Einsatzgebiete auf, in denen die Ortsgruppe gewirkt und Spuren hinterlassen habe, oder immer noch aktiv sei. „Der Schwarzwaldverein hatte und hat erkennbar gute Leute und gute Vorstände, mit Peter Kamenzin derzeit einen sehr umtriebigen Vorsitzenden“, so der Bürgermeister. „Es werden zu ändernde Ziele erkannt, verfolgt und konstant angegangen. Darüber hinaus wirkt die Ortsgruppe ebenso prägend auch auf den Zusammenhalt und die gesellschaftliche Gemeinsamkeit.“

„Die Ortsgruppe Engen, ihr Vorstand und die Mitglieder wirken weit über die satzungsgemäßen Ziele unseres Vereins, die Pflege des Wanderwegenetzes und der Natur, hinaus und präsentieren ein vorbildliches Bild unserer Einsatzmöglichkeiten“, betonte auch der frisch wiedergewählte Präsident des Hauptverbandes Freiburg, Georg Keller. „Der Schwarzwaldverein hat bei mir die Liebe zum Wandern geweckt und ich freue mich heute in Engen ein weiteres Mal eine hochrangige Auszeichnung, dieses Mal dem Schwarzwaldverein, verleihen zu dürfen“, bekannte Philipp Gärtner. Die Eichendorff-Plakette würdige das außerordentliche Engagement eines Vereins, der über 100 Jahre in die Gemeinschaft wirke. Über die Einweihung des Brauerei-Museums im Rahmen des Jubiläums werden wir gesondert berichten.

Bildergalerien im Internetwww.suedkurier.de/bilder

Geschichtliches

1891 wurde der Schwarzwaldverein, Sektion Engen/Hegau, gegründet. Der erste Vorsitzende war Emil Dürrhammer. Die Einweihung der Aussichtsplattform auf dem Hohenhewen erfolgte 1896. Die Freilegung der Ruine wurde im Jahr 1937 gefeiert. Sie wurde 1957 vom Land käuflich erworben. 1991 waren die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Ortsgruppe und Ausrichtung der 122. Hauptversammlung. 2006 Jubiläum mit Ausstellung in der Sparkasse zu 115 Jahre Ortsgruppe und 110 Jahre Aktivitäten am Hohenhewen. Im gleichen Jahr Ausrichtung der Europawoche „Brücken und Wege verbinden Europa“ mit Etappenziel in Engen. 2008 Freilegung der Talkapelle und Erneuerung des Franzosenkreuzes auf dem Ballenberg. 2009 Beginn der Restaurationen des Sudhauses und 2012 Feier des ersten angesetzten Biersuds in den sanierten Räumen. Zum Jubiläum 2016, offizielle Einweihung des Sudhaus-Museums.