Die „Barocken Kostbarkeiten„, zu denen die Stubengesellschaft Engen im Museum eingeladen hatte, wollten sich viele nicht entgehen lassen: Die Veranstaltung war ausverkauft. Kein Wunder, spielte doch mit Johanna Dömötör eine Engener Musikerin, die schon lange kein Heimspiel mehr gegeben hat. An die erfolgreiche Konzertreihe „Dömötör and Friends“ konnten die Veranstalter und die versierte Flötistin nahtlos anknüpfen. Mitgebracht hatte Dömötör den Cembalisten Johannes Berger. Zusammen boten sie ein beeindruckendes Zusammenspiel und gaben der Musik des Barocks eine Stimme. 

Viel Wissenswertes zum Instrument Cembalo erfuhren die Zuhörer von den Musikern.
Viel Wissenswertes zum Instrument Cembalo erfuhren die Zuhörer von den Musikern. | Bild: Holle Rauser

Einer „süßen kleinen Sonate“ (Dömötör) von Johann Sebastian Bach folgte die „Fantasie Nr.2 in a-Moll“ von Georg-Philipp Telemann. Ein weiteres Stück des erfolgreichen Komponisten, eine Sonate in h-Moll, spielte Johanna Dömötör alleine. „Es hat Spaß gemacht, dieses Konzert vorzubereiten“, betonte die Flötistin, und diese Spielfreude war ihr anzumerken. Konzentriert spürte sie den Tönen nach – sensibel in den ruhigen Partien, lebhaft im Allegro.

Johannes Berger ist Organist und hat Kirchenmusik, Orgel und Cembalo studiert. Berger hat zahlreiche Wettbewerbe gewonnen und ist Gründer, künstlerischer Leiter und Cembalist des Barockorchesters Concerto München.
Johannes Berger ist Organist und hat Kirchenmusik, Orgel und Cembalo studiert. Berger hat zahlreiche Wettbewerbe gewonnen und ist Gründer, künstlerischer Leiter und Cembalist des Barockorchesters Concerto München. | Bild: Holle Rauser

Über ihren musikalischen Partner Johannes Berger, Organist und Kirchenmusiker, wusste Dömötör Spannendes zu berichten. Berger ist Kustos der größten Freiluftorgel der Welt in Kufstein und damit Herr über 5000 Orgelpfeifen. An seinem Cembalo war Berger solo mit der temperamentvollen „Toccata e-Moll“ von Bach zu hören. Nach einem Werk von Händel präsentierte das Duo „Ein Schmankerl aus Österreich„, so Dömötör, die dort als Dozentin in Linz tätig ist: Der träumerisch-charmanten „Sicilienne“ der Komponistin Maria Theresia von Paradis folgte noch ein Werk des Bach-Sohnes Carl-Philipp Emmanuel.

Die Engenerin Johanna Dömötör hat hochkarätige internationale Preise gewonnen, spielte in zahlreichen renommierten Orchestern – und bleibt dem Hegau doch immer verbunden, unter anderem mit der Konzertreihe „Dömötör & Friends“, zu der sie Spitzenmusiker mit nach Engen bringt.
Die Engenerin Johanna Dömötör hat hochkarätige internationale Preise gewonnen, spielte in zahlreichen renommierten Orchestern – und bleibt dem Hegau doch immer verbunden, unter anderem mit der Konzertreihe „Dömötör & Friends“, zu der sie Spitzenmusiker mit nach Engen bringt. | Bild: Holle Rauser

Zum Ende durfte das traditionelle „Quiz“, wie es bei den „Dömötör & Friends“-Konzerten üblich ist, nicht fehlen: Schon nach vier Tönen waren „Die vier Jahreszeiten“ von Vivaldi erraten und der „Winter“ als Zugabe in der traumhaften Kombination von Cembalo und Flöte zu hören – eine der Kostbarkeiten, mit denen das Publikum nach Hause gehen durfte.