Es war zwar am Ende nur etwa ein Drittel der Jugendlichen von Engen, die ihren Jugendgemeinderat wählten. Aber die vom Gemeinderat vorgegebene Quote von mindestens 20 Prozent wurde erreicht. Sechs neue und drei ehemalige Mitglieder bilden für die nächsten zwei Jahre den Jugendgemeinderat.

Großes Lob spendete Bürgermeister Johannes Moser bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses im Jugendtreff den scheidenden Mitgliedern des ehemaligen Jugendrates, den Organisatoren der Wahl – die Azubis der Stadtverwaltung – und allen 41 Bewerbern für den Mut, sich zur Wahl zu stellen.

Bürgermeister sieht "ordentliche Wahlbeteiligung"

"Wir haben eine sehr ordentliche Wahlbeteiligung gehabt und die Jugendlichen erreicht. Alle Gewählten haben einen guten Stimmenanteil, auf den sie sehr stolz sein können", zeigte sich der Bürgermeister sehr zufrieden. Großes Lob hatte er auch für die Mitarbeiter der Schulen und hob das ganz besondere Engagement des Anne-Frank-Schulverbundes hervor. Die Schulen hätten ihre Jugendlichen motiviert, "ihr Wahlrecht auch aktiv anzunehmen".

Eine spürbare Anspannung herrscht bei der Sitzung des Wahlausschusses mit Bürgermeister Johannes Moser (re.) vor der Bekanntgabe der Ergebnisse der Wahl zum Jugendgemeinderat. Bild: Jürgen Waschkowitz
Eine spürbare Anspannung herrscht bei der Sitzung des Wahlausschusses mit Bürgermeister Johannes Moser (re.) vor der Bekanntgabe der Ergebnisse der Wahl zum Jugendgemeinderat. | Bild: Jürgen Waschkowitz

Nicht nur das Interesse der Jugendlichen, sich an der Wahl zu beteiligen, sei enorm gewesen, so Johannes Moser, "auch die Zahl der Bewerber hat uns sehr überrascht und Freude bereitet." Es gebe Gewinner und leider auch Verlierer. Aber es überwiege die allgemein erfreuliche Erkenntnis, "über ein enormes Interesse der Jugendlichen mindestens an der kommunalen Politik."

"Es gehört Mut dazu, sich zur Wahl zu stellen"

Die Nichtgewählten ermunterte er: "Ihr braucht euch nicht zu schämen oder eventuell auch hänseln zu lassen. Es gehört in einer Demokratie auch Mut dazu, sich zur Wahl zu stellen und in zwei Jahren habt ihr ja schon wieder die Chance, einen neuen Anlauf zu nehmen."

Voll des Lobes sind die Azubis der Verwaltung über die Jugendlichen und das Bildungszentrum. "Wir sind am ersten Wahltag am Bildungszentrum den ganzen Vormittag präsent gewesen und können den Jugendlichen und den sie begleitenden Lehrern eine sehr aktive und disziplinierte Beteiligung bescheinigen", erklärt Sabine Heer. Zusammen mit Matthias Ranzenberger und Naomi Gealasso ist sie voll auf ihre Aufgabe konzentriert. "Wir müssen aufpassen, dass keine Jugendlichen wählen, die nicht auf unseren Listen stehen. Denn einige Schüler, die stoßweise erscheinen, begleitetet von Lehrerin Lena Meisner, wohnen in anderen Gemeinden", erklärt sie.

Lehrer rufen auf, zur Wahl zu gehen

"Unser Kollegium und Schulleiter Wolfram Vent-Schmidt nehmen die Aufgaben des Jugendgemeinderates und deshalb auch die Wahl sehr ernst", betont Lena Meisner. "Ich habe heute am Wahltag im Bildungszentrum extra zur Betreuung frei bekommen, gehe in alle Klassen und werbe für die Wahl", so die Lehrerin.

Mit Elan wollen Matteo Utzler und Lili Lutz ihre neue Aufgabe angehen. Beide habe die meisten Stimmen bekommen. Sie hätten das nicht erwartet, sind aber auch sehr erfreut und stolz. "Wir werden uns sehr für die Interessen und Wünsche aller Jugendlichen aus Engen und den Teilorten einsetzen", verspricht Matteo Utzler. Beide haben zunächst noch keine konkreten Vorstellungen, welche Themen anstehen. Sie rufen dazu auf, "uns über Wünsche und Anregungen zu informieren", und "wir hoffen, auch auf Unterstützung aller bei anstehenden Aufgaben", so Lili Lutz.

Mit einem "lachenden, aber auch einem traurigen Auge" verabschiedet sich Karen Bieler, sechs Jahre lang Sprecherin des Gremiums. "Es waren drei interessante Perioden mit viel Erfahrungen. Ich wünsche dem neuen Jugendgemeinderat erfolgreiche und angenehme zwei Jahre."