Hegau Einbruchserie im Hegau: Der Engener Bürgermeister schlägt Alarm

Eine erneute Einbruchserie beunruhigt die Bürger im Hegau zunehmen, weil die Täter mittlerweile immer dreister vorgehen. Johannes Moser fordert nun mehr Polizeipräsenz

An der Stimme ist leicht zu erkennen, dass da jemand so richtig in Rage ist. Johannes Moser macht aus seinem Ärger keinen Hehl: "Die Bürger wollen wissen, was die Polizei gegen die Wohnungseinbrecher tut", sagt der Bürgermeister von Engen. Die Hegaustadt ist in diesem Herbst wiederholt Ziel von Kriminellen geworden, die in Wohnhäuser einbrechen und diese nach Wertsachen durchsuchen. "Ich bin sensibilisiert", so Moser weiter. "Die Straftaten haben eine ganz neue Dimension, weil die Täter ins Erdgeschoss eingebrochen sind, während die Bewohner ein Stockwerk darüber schliefen."

Engen, Gottmadingen, Gailingen, Rielasingen-Worblingen und auf der Höri wurde in den vergangenen Wochen vermehrt eingebrochen. Die Nachrichten hat Johannes aus dem SÜDKURIER entnommen. Als Bürgermeister hätte er sich jedoch gewünscht, als erster von der Polizei informiert zu werden. Schließlich seien seine Bürger verunsichert. Deshalb schlägt er jetzt Alarm und fordert die Politik auf, für mehr Polizeipräsenz zu sorgen. Und deshalb hat er nun auch einen Brandbrief geschrieben, der die Entscheidungsträger im Stuttgarter Innenministerium wachrütteln soll.

Unterdessen tauschen sich auch Hegauer im Internet über Facebook über das Thema aus. Marina Mink hat festgestellt: "Na klasse. Grad ums Eck." Sie ist froh, dass sie beim kleinsten Geräusch wach werde. Und Miikosh Löffler schließt sich dem Rat der Präventionsbeamten der Konstanzer Polizei an, die die Nachbarn zur Wachsamkeit auffordert. Katrin Hoffmann bedauert, was den Opfern angetan wurde und ist froh über ihre Alarmanlage. Und auch Christian Binder rät dazu, es den Einbrechern durch einbruchhemmende Fenster und Türen sowie Alarmanlagen möglichst schwer zu machen.

Bürger sind verunsichert

Johannes Moser hat die Besorgnis seiner Bürger direkt zu spüren bekommen. Er schildert, wie sowohl betroffene, als auch viele besorgte Bürger auf die Stadtverwaltung zugekommen seien und ihren Ängste und Unmut angesichts der aktuellen Einbruchserie Luft gemacht hätten. Für die Einbruchsopfer, die während der nächtlichen Einbruchsversuche im Haus waren, stelle das traumatische Erlebnis eine lang anhaltende Belastungssituation dar.

Jürgen Harder von der Präventionsabteilung im Polizeipräsidium Konstanz bestätigt, dass Engen nicht erst seit vergangener Woche ein Schwerpunkt bei Wohnungseinbrüchen ist, sondern auch schon im Oktober vermehrt heimgesucht wurde. Gründe kann er dafür nicht nennen. Und eine heiße Spur gibt es bisher auch noch nicht.

Das unternimmt die Polizei

In der dunklen Jahreszeit steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche regelmäßig. Im Schutz der Dunkelheit können die Täter sich ungestört an ihr kriminelles Werk machen. Im Jahr 2015 erschütterte eine Einbruchswelle den Hegau. Aktuell werden wieder mehr Einbrüche gemeldet. Die Fallzahlen liegen laut Polizei aber noch weit hinter denen von vor zwei Jahren.

Die Polizei hat ein Intensivkonzept zur Bekämpfung des Einbruchsdiebstahls erstellt, an dem die Schutzpolizei, die Kripo und die Verkehrspolizei beteiligt sind. In Engen seien jetzt verstärkt Präsenzstreifen in Wohngebieten unterwegs, erklärt Jürgen Harder vom Polizeipräsidium, der mit Plakaten mehr Wachsamkeit erzeugen will. Heidrun Angele berät die Bürger auf Anfrage. Telefon: 07531/999-1044. (gtr)

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