Die Seniorenpension Friedrichsheim in Gailingen ist Geschichte, sie hat am Donnerstag ihren Betrieb eingestellt. "Die letzten vier Bewohner sind ausgezogen und haben im Altenheim Engen ein neues Zuhause gefunden", teilte Andrea Jagode, Pressesprecherin des Gesundheitsverbunds des Landkreises in einer Pressemitteilung mit. Die Seniorenpension habe damit früher als geplant geschlossen. Die Verlegung der 38 Bewohner erfolgte zügig in Absprache mit Betroffenen und Angehörigen. Die meisten Bewohner seien ins Seniorenheim Engen gezogen, das ebenfalls zum Gesundheitsverbund gehört. "Sie bewohnen das erste Stockwerk des ehemaligen Krankenhauses", berichtet Pressesprecherin Andrea Jagode.

Auch für das zweite Stockwerk des ehemaligen Krankenhauses gibt es schon Pläne, wie jetzt im Technischen Ausschuss in Engen deutlich wurde. Die Mitglieder des Ausschusses haben dem Bauantrag für den Umbau des zweiten Obergeschosses zugestimmt. Das seit der Auflösung der Abteilung leer stehende Geschoss solle als Wohngemeinschaft für intensiv-pflegebedürftige Menschen genutzt werden, erklärte Bürgermeister Johannes Moser dem Ausschuss.

„Wir wurden vom Hegau-Klinikum, Besitzer der Anlage des ehemaligen Krankenhauses informiert, dass der Bauherr für das zweite Obergeschoss, das derzeit als Gesundheitszentrum genutzt wird, eine Nutzungsänderung zur Wohngemeinschaft für intensiv-pflegebedürftige Menschen sowie teilweise Büronutzung plant“, sagte Moser. Der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan sei für September 2016 geplant, informierte Stadtbaumeister Matthias Distler. „Der Bauantrag sieht Nutzungen vor, die dem Bebauungsplanentwurf entsprechen“, versicherte Distler. Der Umbau erfolge nur im Inneren des Gebäudes. Im umbauten Bereich sollen zwölf Einbettzimmer und die dazu gehörigen Pflege- und Nebenräum entstehen. Außerdem sind sechs kleine Büroräume im anschließenden Bereich geplant.

Der Gesundheitsverbund verhandelt außerdem mit der Gemeinde Gailingen über die Weiterverwendung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes der Seniorenpension. Der Aufsichtsrat des Verbunds hatte im Frühjahr vor dem Hintergrund der Heimmindestbauverordnung beschlossen, das Heim zum Jahresende zu schließen. "Die Gemeinde möchte Grundstück und Gebäude gern kaufen und für soziale Zwecke nutzen", sagte Bürgermeister Heinz Brennenstuhl. Er schließe aber aus, dass dort ein neues Pflegeheim entstehe oder die Gemeinde als Bauträger auftrete. Das Gelände mitten im Ort biete die Möglichkeit, städtebauliche Akzente zu setzen, sagte Brennenstuhl. Im Moment laufen die Verhandlungen, doch er sei zuversichtlich, dass es für den Kauf im Gemeinderat eine Mehrheit gebe.

Zur Geschichte

Die Seniorenpension Friedrichsheim war 1898 als „Asyl für israelitische und arme Kreise in Gailingen“ eröffnet worden, erlebte eine wechselvolle, vor allem jüdische Geschichte und kam 1950 in den Besitz des Landkreises Konstanz, der hier eine Altenpension eröffnete. 2004 kam das Heim zum damaligen Gesundheitsverbund ­Hegau-Bodensee-Hochrhein Kliniken, seit 2012 war es Teil des ­Gesundheitsverbundes Landkreis ­Konstanz.