Ein bisher Unbekannter hat in den vergangenen Tagen in der gesamten Stadt Engen Knöllchen verteilt. Dazu kopierte er laut Mitteilung der Stadtverwaltung offensichtlich die vom Gemeindevollzugsdienst verwendeten Hinweiskarten und hängt diese wahllos an Fahrzeuge, die meist korrekt parken würden. Es seien bereits zahlreiche Anrufe eingegangen von Betroffenen, die sich verärgert beim Ordnungsamt melden und über den vermeintlichen Strafzettel wundern.

"Bei mir haben sich zehn oder zwölf Personen beschwert, aber es dürften weitaus mehr sein", sagt Ordnungsamtleiter Axel Pecher. Er geht davon aus, dass rund 50 falsche Strafzettel verteilt wurden – und das nachweislich mindestens am Mittwoch und Donnerstag gegen 4.30 Uhr. Es existieren Kameraaufnahmen von dem Unbekannten.

Die Stadtverwaltung hat Strafanzeige bei der Polizei erstattet, denn die widerrechtliche Verteilung erfülle den Straftatbestand der Amtsanmaßung. Laut Paragraf 132 des Strafgesetzbuches droht damit eine Freiheitsstraße von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Der Unterschied zu richtigen Hinweisen

Autofahrer erkennen einen rechtmäßigen Hinweis daran, dass er auf fester Pappe ähnlich einer Postkarte gedruckt ist und nicht nur auf Papier. Die schriftliche Verwarnung mit Überweisungsträger käme ohnehin wenig später per Post, einen finanziellen Vorteil hat der Unbekannte laut Ordnungsamtsleiter Pecher also nicht. Wer ein falsches Knöllchen am Auto hat, bringt dieses am besten beim Ordnungsamt vorbei. Die Verwaltung bittet Bürger, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich entweder beim Ordnungsamt zu melden unter Telefon (0 77 33) 50 22 51 oder bei der Polizei in Engen unter Telefon (0 77 33) 9 40 90.