Ein Nein ist keine Lösung. Darüber waren sich die Engener Gemeinderäte schnell einig. Betreiber Thomas Kohler habe schließlich einen Rechtsanspruch auf die Erweiterung der Kiesgrube Benzenbühl-Breite, erläuterte Bürgermeister Johannes Moser in der Sitzung am Dienstagabend. Die Konsequenz: keine Gegenstimme. Bei einer Enthaltung gab das Gremium sein Einverständnis für den Ausbau des Kiesabbaugebiets in Anselfingen. Ihr Votum wollen die Gemeinderäte aber nicht als Absage an die Anwohner verstanden wissen, die sich bei der emotional geführten Bürgerversammlung vergangene Woche gegen eine Erweiterung ausgesprochen hatten.

Schon zu Beginn der Sitzung machte Matthias Distler vom Stadtbauamt deutlich, dass sich die Stadt bemüht hatte, die in der Versammlung geäußerten Anliegen in die Beschlussvorlage einfließen zu lassen. Distler präsentierte den Gemeinderäten und den Besuchern im Ratssaal sieben Punkte, die als Randbedingungen in die Erweiterungsgenehmigung aufgenommen werden sollen. Es handelt sich um Auflagen, die den Betreiber dazu bringen sollen, Lärm- und Staubbelastungen für die Anwohner möglichst gering zu halten. Ein Maßnahmenkatalog, dem der Gemeinderat zustimmte und einige Ergänzungen beifügte.

Weniger Gepiepse und bessere Wege

So seien um die Abbauflächen Wege anzulegen, die eine Umgehung des Geländes zu Fuß möglich machen – auch für Ältere, wie Moser betonte. "Gerade für Senioren ist ein ebener, asphaltierter Weg wichtig." Um Instandhaltung und Reinigung solle sich der Betreiber kümmern. Entsprechend der Empfehlung des Landratsamts wünscht sich der Gemeinderat zudem, dass die Abbaufläche um einen ortsnahen Bereich im Norden reduziert wird. Die Teilfläche Fünf wiederum, die den Häusern am nächsten liegt, soll zuerst abgebaut werden. "Die Idee ist, möglichst bald von der Wohnbebauung abzurücken", erläuterte Distler diesen Vorschlag.

Nicht nur in diesem Fall geht es darum, die Lärmbelastung für die Anselfinger verträglich zu gestalten. Der Gemeinderat möchte den Unternehmer zur Errichtung eines Lärmschutzwalls verpflichten. "Dieser wird zum Ort in Richtung Norden und Osten um einen Meter erhöht errichtet als bislang geplant" heißt es in der Beschlussvorlage, die vom Rat abgesegnet wurde. Auf Anregung von Siegfried Ellensohn (CDU) sprach sich das Gremium zudem dafür aus, den Wall mit einem schnell wachsenden Gehölz zu bepflanzen. Der Gemeinderat möchte den Betreiber animieren, auf eine dauergrüne Bepflanzung zurückzugreifen, um die Lärmbelästigung auch in den Wintermonaten einzudämmen.

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Ein weiteres Anliegen: Die Betriebszeiten sollen vom Betreiber auf ein Zeitfenster von 7 bis 18 Uhr beschränkt werden. Weiterhin ruft der Gemeinderat Kohler dazu auf, etwas gegen den Piepston zu tun, der beim Rückwärtsfahren von Lastern und Maschinen ertönt. Die Fahrzeuge selbst sollen das Gelände ausschließlich vom Bahnhof Neuhausen aus ansteuern. Schließlich stimmten die Gemeinderäte noch dafür, den Betreiber quartalsmäßig zu einem Runden Tisch mit Anwohnern einzuladen.

Betreiber zeigt Verständnis

Nun liegt es am Landratsamt, die Wünsche des Gemeinderats als Auflage in die Genehmigung des Projekts aufzunehmen. Bürgermeister Moser zeigte sich zuversichtlich: Es handele sich zwar um freiwillige Zusatzmaßnahmen, aber Thomas Kohler habe signalisiert, dass er zur Umsetzung bereit sei. "Wir alle kennen ihn, er ist ein anständiger Mensch", sagte Moser. Auch die Vertreter der Initiative Anselfingen, Susen Seiderer und Bernd Goblirsch, bestätigten, dass sie in produktivem Austausch mit dem Betreiber stünden.