Bis zum Jahr 2030 sollen in Engen laut Prognose etwa 1700 Menschen mehr leben und wohnen als heute. Damit, so Bürgermeister Johannes Moser, sei Engen die am stärksten wachsende Gemeinde im gesamten Landkreis. Wie genau die Wohnraum-Situation in Engen aktuell und in den kommenden Jahren aussieht, erfragte die CDU-Fraktion im Gemeinderat im Rahmen einer großen Anfrage.

In den kommenden drei bis fünf Jahren sollen in Engen und seinen Ortsteilen insgesamt 330 neue Wohnungen in Reihen- und Mehrfamilienhäusern entstehen. 55 Wohnungen seien bereits fertiggestellt, 130 befänden sich im Bau und weitere 145 seien in Planung. Das gab Stadtbaumeister Matthias Distler auf Nachfrage der CDU bekannt.

Die CDU erfragte auch den aktuellen Stand der Bauplätze. In den aktuellen Baugebieten gibt es laut Distler keine verfügbaren Grundstücke mehr, auch Baulücken gäbe es kaum. Das resultiere daraus, dass die Stadt nur städtische Bauflächen ausgebe und keine privaten Grundstücke, so Distler. Mit der geplanten Bebauung am Hugenberg Nord werde eine Baulücke geschlossen.

8,5 Hektar in Stadt und Ortsteilen lassen sich zusätzlich bebauen

Außerhalb bereits genehmigter Flächen gab der Stadtbaumeister an, seien 13 Hektar bebaubare Fläche in der Kernstadt und 11 Hektar in den Teilorten verfügbar. Davon ließen sich nach dem verbindlichen Flächennutzungsplan 35 Prozent und damit etwa 4,6 Hektar in der Stadt und 3,9 Hektar in den Ortsteilen bis zum Jahr 2035 bebauen. Umgerechnet seien das etwa 150 Wohneinheiten.

Um der steigenden Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden, müssten laut Distler 60 Wohneinheiten pro Jahr entstehen. „Das entspricht den momentanen Maßnahmen“, erläuterte Distler im Gemeinderat.

Die CDU wollte auch wissen, wie es um den sozialen Wohnungsbau in der Stadt stehe. Baugenossenschaften hätten sich hier als gute Partner erwiesen, so Johannes Moser. Gerade im Bereich sozialer Wohnungsbau müsse man in Zukunft auch in Engen in die Höhe bauen, um günstigen Wohnraum zu schaffen.

Auf die Frage nach Zeitplänen und Überlegungen zu neuer Baulanderschließung führte Distler die vier bis fünf Bauplätze am „Hugenberg Nord“ und die vier Bauplätze „Hinter Kirchen“ als aktuelle Projekte an.

Weniger Grundstücke für Einfamilienhäuser

Im Rat stellte er die Ergebnisse aus dem technischen Ausschuss zu den Planungen im Gebiet „Schwarzwaldstraße“ vor. Dort soll eine Fläche von 3,5 Hektar bebaut werden. Der Ausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass zwei Bebauungsvarianten seitens der Stadtplanung weiter verfolgt werden sollen. Die erste sieht vor allem Reihen- und Kettenhäuser vor, die zweite vor allem Mehrfamilienhäuser. Grundstücke für Einfamilienhäuser soll es deutlich weniger geben.

Für die Umwandlung der teils bebauten, teils landwirtschaftlich genutzten Fläche, würden insgesamt 782 000 Ökopunkte als Ausgleich anfallen. Rein finanziell sei das fast ein Viertel der gesamten Erschließungskosten, so Distler.

Da sich das Gebiet in Nachbarschaft zum Tennisplatz, zum Schwimmbad sowie an der Kreisstraße nach Zimmerholz und an der Landstraße nach Stetten befindet, sei ein Lärmgutachten in Planung.

Im kommenden Jahr soll das Bebauungsplanverfahren stattfinden, 2021 die Erschließung und Vermarktung und ab 2022 soll gebaut werden. Bernd Waldschütz dankte dem Stadtbaumeister im Namen der CDU-Fraktion für seine Ausführungen.