Es scheint, als sei der Erzengel Michael nach 200 Jahren in das ehemalige Kloster St. Wolfgang zurückgekehrt – aber als monumentales Bild, in dem der Drache an einen plattgefahrenen Salamander erinnert. „Holy Ghosts“ ist der Titel der neuen Ausstellung mit Werken von David Czupryn, die der Künstler speziell für das Städtische Museum Engen gemalt hat.

Bühnenräume gehen ineinander über

Die Szenerie in seinen Bildern täuscht Räumlichkeit vor, die Formen und Figuren agieren wie auf Bühnen. „Man weiß oft nicht, wo der Vordergrund anfängt und wie sich die Raumdimensionen voneinander scheiden“, erläuterte Museumsleiter Velten Wagner. Die Bühnenräume würden ineinander übergehen und keiner rationalen, sondern einer innerbildlichen Logik folgen.

Die in allen Bildern auftauchenden Strukturelemente wie Neonröhren oder Holzlatten geben dem Geschehen auf den gemalten Bühnen einen dynamisch ineinander greifenden Zusammenhang. Surreal sei in den Bildern gar nichts, so Wagner, denn keines der Bildelemente verweise auf eine über die Darstellung selbst hinausweisende Realität.

„Holy Ghosts“ verweist auf Picasso

Es gebe aber viele Verweise zum Beispiel auf Künstler und Kunstwerke der Vergangenheit. Als Beispiel nannte Wagner das Ölgemälde „Holy Ghosts“, in dem zwei weiße Tauben eine Hand formen und die maskenartige Form mit dem aufgerissenen Mund oder der emporgereckte Arm Picassos Guernica anklingen lassen. Hinzugefügt habe Czupryn die Zeichen für Frieden und Anarchie.

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Diese Inhaltsebenen würden auf den kunsthistorischen Tiefenraum verweisen und seien zugleich auf die Gegenwart bezogen. Diese Inhalte, die schon Picasso in Guernica aufgegriffen hat, seien auch heute noch aktuell.

Von der Renaissance bis heute

„Die Verschränkung einer hochkomplexen formalen mit einer inhaltlichen Ebene ist zu der Maltechnik Czupryns, die in Anbindung an die Tradition der Malerei steht, ein weiteres Charakteristikum des Künstlers“, so Wagner. Czupry bediene sich traditioneller Methoden, die von der Renaissance bis zu hochaktuellen computergenerierten Bildtechniken reichen.