Rainer Rothe ist Spezialist für Kontakte. Damit sind allerdings nicht die zwischenmenschlichen Kontakte gemeint, sondern die Kontakte, die uns unmerklich durch unser alltägliches Leben begleiten. Wenn wir unser schnurloses Telefon in die Ladestation stellen, wird es dort nur geladen, weil Kontakte aufeinandertreffen. Auch wenn wir Akkus einlegen, braucht es Kontakte, um die Elektrizität auf das Gerät zu übertragen. Je mehr wir uns im Alltag umsehen, desto mehr wird klar: ohne Kontakte läuft nichts.

Das Potenzial der Kontakte hat Rothe bereits im Jahr 1984 erkannt, als er nach der Ausbildung auf der Schwäbischen Alb und dem Elektrotechnik-Studium in Konstanz mit Fixtest sein eigenes Start-Up-Unternehmen in Tengen gründete.

Bei der Fixtest Prüfmittelbau GmbH stehen die Kontakte im Mittelpunkt. Ursprünglich wurden vor allem steckerlose Kontakte entwickelt, damit Fertigungsbetriebe schneller ihre Produkte testen können. „Wenn man sich vorstellt, wie viele Stellen in einer Platine getestet werden müssen, so war schnell klar, dass man in der Serienfertigung nicht mit Steckverbindungen arbeiten kann“, so Rothe. „Klassische Haus- und Hofkunden waren damals Saba in Villingen-Schwenningen oder Testo in Lenzkirch, für die wir für den größten Teil der elektronischen Prüftechnik zuständig waren“, berichtet Rothe von der Anfangszeit des Unternehmens. Heute beliefert Fixtest Kunden in der ganzen Welt, auch in China. „Die Globalisierung ist bei uns schon lange angekommen“, so Rothe. „Nachdem wir in den ersten 15 Jahren primär auf Deutschland und die Schweiz ausgerichtet waren, haben wir heute Auslandsvertretungen, unter anderem mehrere in Osteuropa, aber auch in Israel oder den Benelux-Staaten.

Daneben unterhält Fixtest enge Vertriebskooperationen mit Partnern in Japan und den USA.“ Kunden für Federkontakte und Prüftechnik aus dem Hause Fixtest finden sich überall dort, wo technische Produkte produziert werden und Elektrizität im Spiel ist. Als Beispiele nennt Rothe Roboterhersteller, Produzenten von Kameras, die Medizintechnik oder den gesamten Automotive-Sektor.

Dass Kontakte einiges leisten müssen, wird am Beispiel eines Kunden klar, der Antriebe für Rollstühle entwickelt, die den Nutzer wie bei einem Pedelec beim Anschieben unterstützen. Damit dies immer ausfallfrei funktioniert, müssen die Kontakte stets den Fluss der Energie zum Akkupaket sicherstellen. Keine leichte Aufgabe, angesichts Wind, Regenwetter oder bei rüttelnden Pflasterstrecken. Ein anderes Beispiel sind Lawinenpiepser, die Fixtest ebenfalls mit Kontakten ausgestattet hat. Trotz Tauwasser und teils meterhoher Schneedecke müssen diese dennoch zuverlässig Funksignale senden.

„Unser Produktsortiment bietet eine große Vielfalt an sehr spezifischen Kontakten, die zum Teil nur in sehr geringer Stückzahl gefertigt werden“, macht Rothe die Kernkompetenz des Unternehmens deutlich. Und so finden sich Kontakte aller Ausführungen und Größen. Kontakte mit einem Außendurchmesser von 0,2 Millimeter sind dabei keine Seltenheit.

Rothe, der sein Unternehmen mit viel Leidenschaft führt, hat nicht nur Kontakte im Blick. Nicht zuletzt durch die Ehe mit der Künstlerin Sine Semljé, schlägt sein Herz auch für die Kunst, seine zweite Leidenschaft. So beherbergt das Foyer des Fixtest-Firmengebäudes eine Ausstellung mit Installationen und Gemälden der auf weiße Objekte spezialisierten Künstlerin.
 

Das Unternehmen

  • Von Tengen nach Engen: Die Firma Fixtest wurde 1984 in Tengen gegründet. Entwickelt und produziert wurde damals im eigenen Altstadthaus am alten Stadttor. Das Unternehmen zog 1989 nach Engen in die Bergstraße 34, wo sie im ehemaligen Tiffany‘s-Gebäude im Weihergrund mehr Platz für die weitere Expansion vorfanden. 2001 folgte ein weiterer Wechsel des Standorts, diesmal in die Friedrich-Mezger-Straße in Engen.
  • Das Firmengebäude: Nach einer zehnmonatigen Bauzeit erfolgt im Jahr 2007 der Umzug in das neue, eigene Firmengebäude in der Engener Zeppelinstraße. Das Firmengebäude wurde für einen möglichst geringen Energie- und Ressourcenverbrauch geplant und gebaut, mit Sonnenenergie und effizienter Wärmedämmung durch moderne Baumaterialien.
  • Der Arbeitgeber: Fixtest beschäftigt heute 14 Mitarbeiter und macht über 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz. Da die Auftragslage gut ist, wächst Fixtest weiter und sucht nach Mitarbeitern, wie Elektrotechniker, Elektrotechnik-Ingenieure, Feinmechaniker, Maschinenbaumechaniker oder Elektroniker für Geräte und Systeme.