Neue archäologische Funde wurden bei der Erweiterung des Gewerbegebiets in Welschingen freigelegt. Die Ausgrabungsarbeiten im Engener Stadtteil erleben somit Kontinuität: Wenn Kreisarchäologe Jürgen Hald und sein Team in Welschingen den Spaten ansetzen, werden sie fündig. An der derzeitigen Grabungsstätte zur Erweiterung des Gewerbegebiets Engen-Welschingen in der Gottlieb-Daimler-Straße wurden Fundamentgräben freigelegt, die vermutlich einzelne Siedlungshöfe voneinander abgetrennt haben. Zudem wurde unmittelbar unter dem Ackerhumus das Skelett einer jugendlichen Person freigelegt.

"Die ersten wenigen Funde von kleinen Eisenfragmenten und Tonscherben deuten auf die Zeit der späten Kelten zwischen 200 und 100 vor Christus hin", erläuterte Jürgen Hald, dass identische Funde schon bei Grabungen im westlich gelegenen Wohnbaugebiet Guuhaslen festgestellt wurden. "Das Skelett liegt teilweise auf dem verfüllten Fundamentgraben und ist daher etwas jünger", so der Kreisarchäologe. Derzeit könne das genaue Alter nicht eingeschätzt werden, da Beigaben nicht sichtbar wären.

Schneller Grabungsverlauf möglich

Da Welschingen mit seiner siedlungsgünstigen Lage zu einer der fundreichsten Gemarkungen im Landkreis Konstanz gehört, wurden vom Landesamt für Denkmalpflege im Vorfeld schon Luftaufnahmen gemacht. Sie zeigten parallel verlaufende Spuren, die seit Juni 2018 freigelegt werden. Die Ausgrabungsarbeiten werden von der ortsansässigen Grabungsfirma Archaeo Task unter der Leitung von Andreas Gutekunst unter wissenschaftlicher Betreuung der Kreisarchäologie des Landratsamtes für Denkmalpflege durchgeführt.

Durch diese Kooperation ist ein schneller Grabungsablauf möglich, was auch ganz im Sinne von Bürgermeister Johannes Moser ist. Richard Vogt vom Landesamt für Denkmalpflege erklärte: "Wir könnten gar nicht so schnell reagieren", seit einigen Jahren erlebe das Amt eine Erschließungswelle in den Kommunen. Das gelte auch für die Stadt Engen, die wie Kreisarchäologe Hald es ausdrückte, von Archäologie mehr oder weniger umzingelt ist. Anhand der gleichen Bauweise wie im Gebiet Guuhaslen schließt Hald nicht aus, dass das derzeitige Grabungsgebiet zu einer größeren Siedlungsanlage gehörte.