Engen Aus für Silvester-Feuerwerk in Engener Altstadt

Der Gemeinderat beschließt ein Verbot wegen immer stärker drohender Brandgefahr. Offene Häuser-Fenster wurden gezielt mit Raketen beschossen.

Es hat sich ausgeböllert in der Engener Altstadt. Auch Feuerwerkskörper dürfen an Silvester wie schon immer das ganze Jahr über nicht mehr gezündet und abgebrannt werden. Für das Verbot hat sich nun der Engener Gemeinderat auf dringende Empfehlung der Stadtverwaltung einstimmig entschieden. Immer mehr fehlgeleitete Raketen und solche, die sogar absichtlich auf offene Fenster von Altstadt-Häusern gezielt werden, beunruhigen laut Ordnungsamtsleiter Axel Pecher die Bewohner, was auch gehäufte Beschwerden zeigten, wie er in der jüngsten Ratssitzung ausführte. Es drohten in jeder Nacht zum Jahreswechsel aufs Neue große Brandgefahren für eine der am besten erhaltenen historischen, denkmalgeschützten Ensembles in Süddeutschland. Zudem gebe es immer mehr Müll, der nach Silvester von den Verursachern nicht mehr aufgesammelt werde.

Andere Städte, wie Tübingen, Konstanz oder Villingen, haben nach den Schilderungen Pechers mit solchen Verboten reagiert, entweder nach Großbränden oder um sich vor solchen zu schützen. "Der zunehmen Abfall aus Hinterlassenschaften der Feuerwerkskörper und anderen Brennmaterialien ist ein gesellschaftliches Problem. Wenn bei mir auch die Hoffnung auf Besserung nicht stirbt, so ist die Brandgefahr in der Engener Altstadt enorm hoch. Da muss nicht mal ein Großfeuer des verheerenden Ausmaßes von 1911 entstehen. Es reicht schon, wenn ein paar Häuser Feuer fangen würden und dadurch die Feuerwehr besonders stark gefordert wäre", erklärte Bürgermeister Johannes Moser.

"Wir sollten für die Altstadt-Bewohner alternativ Plätze ausweisen, wo sie ihr Feuerwerk machen können", schlug CDU-Stadtrat Stefan Gebauer vor. Er fragte auch danach, wie mögliche Vergehen gegen das Verbot zu kontrollieren seien. "Die Kontrolle ist zwar nicht ganz einfach. Mit eindeutigen Hinweistafeln haben aber beispielsweise die Villinger überwiegend gute Erfahrungen gemacht", so Axel Pecher.

Die Engener Altstadt
Die Engener Altstadt | Bild: Albert Bittlingmaier

Auch Gerhard Steiner, Fraktionssprecher der Unabhängigen Wählervereinigung, betonte, dass die Altstadt-Bürger über das Amtsblatt in der Sache ausführlich informiert werden sollten. "Der alte Stadtgarten eignet sich im direkten Anschluss an die Häuser der Altstadt als zentraler Platz bestens, um Feuerwerkskörper abzubrennen", so Bürgermeister Moser.

Etwas Bauchgrimmen bekam wegen des Verbots CDU-Sprecher Jürgen Waldschütz. "Als Anwohner der Altstadt muss ich mich wie andere Betroffene, den teils strengen Auflagen der Altstadt-Satzung – wie bauliche – unterziehen. Das Verbot könnte den Eindruck einer weiteren Einschränkung vermitteln", gab Waldschütz zu bedenken. "Das Gegenteil ist der Fall. Das Verbot erhöht die Sicherheit der Bewohner. Und bauliche Auflagen sind auch in anderen Engener Wohngebieten zu befolgen", hielt Bürgermeister Johannes Moser dagegen.

 

Mittelalterliches Engen

Die historische Altstadt von Engen gilt als eines der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtensembles Süddeutschlands. Seit 1977 steht die gesamte Altstadt unter Denkmalschutz. Mit einem finanziellen Aufwand von 90 Millionen Mark wurde sie seit Mitte der 1970er Jahre vollständig saniert und ist aus mehreren Wettbewerben als Sieger hervorgegangen. Überall spürt man die Sorgfalt, mit der das traditionsreiche Städtchen restauriert wurde. Engen ist auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft "Die Alte Stadt".

 

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