Zwei Künstler zeigen in einer gemeinsamen Ausstellung ihre Arbeiten aus verschiedenen Schaffensperioden. Auch ohne Absprache gingen sie davon aus, dass es passen könnte: „Sag‘ du ich sage ja“ ist der Titel, der – wie Laudator Thomas Warndorf in seiner Einführung erläuterte – für ein hohes Maß an Kommunikation zwischen zwei Künstlern spricht, deren Qualitäten man als schöpferische Gelassenheit umschreiben könne.

„Ein dynamisches Geflecht“

Die Ausstellung der Stubengesellschaft im Städtischen Museum Engen kombiniert Malerei von Albertrichard Pfrieger und Plastiken von Jörg Bach. „Bild und Plastik erzeugen gemeinsam ein dynamisches Geflecht von unsichtbaren, aber vorhandenen Energien und Bezügen“, so Warndorf.

Beide Künstler hätten wenig mit Schönheit im Sinn. Pfrieger bezeichne seine Farbwelten als schmutzig, Bachs Metallarbeiten mit sichtbaren Arbeitsspuren hätten zuweilen noch den Charakter eines Entwurfs.

Betrachtung erfordert Zeit

„Gemein ist Bild und Plastik das reale Ergebnis aus dem Sehen und Denken während der Produktion und nicht aus vorgegebener Thematik oder kritischem Diskurs.“ Wie Warndorf ausführte, entfalten Pfrieger und Bach auf ihre Weise doch noch einen ästhetischen Schein, der sich im Kopf des Betrachters entfalten kann, wenn er den Linien der Zeichnung von Pfrieger und den Stahlkanten von Bach folgt.

Bei der Betrachtung erblicke man komplex Emotionales als Ereignis. Dafür sei Zeit nötig, um sich aus Pfriegers Bild oder Bachs Plastik in eine eigene Vorstellung hineinzudenken und im Betrachten sich eigenes Neues zu erfinden.

Zweckfreiheit als Kunst

Für Albertrichard Pfrieger selbst ist ein Bild gut, wenn es unbequem ist. Für Thomas Warndorf ergibt sich die Unbequemlichkeit aus der Autarkie des Werks, aus einer Art Zweckfreiheit, die man tatsächlich als seine Kunst bezeichnen könne.

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Diese Überlegung lasse sich auch auf Jörg Bach übertragen. Die Abstraktionen beider Künstler würden aus der Vitalität des Materials, aus der spontanen Eingebung während der Arbeit aus dem eben erfolgten Strich oder Schnitt im Stahl zur nächsten spontanen Eingebung erfolgen.