Es waren ergreifende Momente, die den Ablauf der diesjährigen Abiturs-Feier am Gymnasium Engen bestimmten: musikalische und emotionale, freudige, besinnliche und tiefgreifende. Über der ganzen Feier für die 45 glücklichen Absolventen im vierten Entlass-Jahrgang seit dem Bestehen des Gymnasiums schwebte die Erinnerung an den Kameraden Fabian, der auf unglückliche Weise viel zu früh aus der Gemeinschaft der Jugendlichen ausscheiden musste. In den Gedanken und Anläufen aber war er präsent und immer dabei. Mit einem eigens für ihn geschriebenen Lied "Nur bei euch bin ich noch am Leben" ließen ihn drei Schülerinnen an der Feier teilnehmen.

"Das sind die Momente, bei denen die Leitlinie unserer Schule 'Uns geht es um mehr, als nur um Bildung' eindrucksvoll bestätigt werden, und es schwer fällt, Schüler loszulassen", bekannte Direktor Thomas Umbscheiden in seinem Lob für diese nahegehende Darbietung. In seinen Worten an die Abiturienten erinnerte er an "Höhen und Tiefen, die es zu überwinden gab, an Situationen, in denen man Durchhaltevermögen aufbringen und sich mit Lehrstoff beschäftigen musste, der einen eigentlich nicht interessierte. Vielleicht auch an unruhige Nächte vor Schulaufgaben, denen ihr mangels, oder auch gerade trotz, guter Vorbereitungen, nervös entgegenfieberte."

Wer aber alle diese Strapazen überstanden und Rückschlägen getrotzt habe, sowie aus Niederlagen gestärkt hervorgegangen sei, "hat mit Fug und Recht heute sein Zeugnis der Reife verdient", betonte der Schulleiter. Anhand eines Zollstocks mit fiktiven 82 Jahren Lebenserwartung, zog er die Jahre der Grundausbildung im Kindesalter, Schlaf-, Fernsehens-, Essens-, Feier- und tägliche Arbeitszeiten weg, "so dass gerade noch 20 sinnerfüllende und glückliche Jahre übrigbleiben", rechnete er vor. "Nutzen Sie in dieser Zeit, die ihnen gegebenen Talente", schlug er vor. "Bleiben Sie sich selbst treu, bekennen Sie Farbe und übernehmen Sie Verantwortung. Unser Land braucht neben Ihrer Intelligenz auch Iren Enthusiasmus und Ihre Kreativität, Ihre Talente."

Auch Bürgermeister Johannes Moser erinnerte an die sozialen und ehrenamtlichen Felder in unserer Demokratie, "die Ihnen das Gymnasium vermittelt hat mit seinen Bildungsbausteinen und den Bildungs- und Städte-Partnerschaften". Heute bekämen diese politischen und gesellschaftlichen Werte immer mehr Bedeutung. "Übernehmen Sie für ihre Erhaltung Verantwortung", mahnte er an.

Lob verteilte die Elternbeiratsvorsitzende Melanie Wieczorek an die Eltern und Lehrer, "die acht arbeitsreiche Jahre gemeinsam mit euch gegangen sind". Aber jetzt seien alle Anstrengungen vergessen. "Wir sind stolz auf euch und sicher, ihr werdet die nächsten Etappenziele bewusst, zielgerichtet und engagiert angehen."

Humorvoll, locker sowie leicht ironisch ließ Lea Schütz, Jahrganssprecherin, die schulischen und außerschulischen Unternehmen, Veranstaltung, Erlebnisse und auch manchen Patzer der gemeinsamen Jahre, Revue passieren. Schulsprecher Marcel Maier stellte das gemeinschaftliche Tun sowie die Erlebnisse vor und verdeutlichte, wie prägend sie waren. Seine besten Wünsche für die Zukunft gab er den ehemaligen Mitschülern auf den neuen Weg mit.

Stufe und Preise

  • Jahrgang: Als vierter Jahrgang konnten 44 Abiturienten ihr Reifezeugnis und ein Schüler die Fachhochschulreife entgegennehmen. Gestartet war der Jahrgang mit 61 Schülern in zwei Klassen. Der durchschnittliche Notenwert der Schüler nach 2920 Tagen und rund 416 Wochen Schule lag bei 2,4.
  • Auszeichnungen: Insgesamt wurden 12 Preise für besondere Leistungen in den Prüfungsfächern und mehrere Auszeichnungen und Anerkennungen vergeben. Sechs Schüler hatten eine Eins vor dem Komma beim Durchschnitt und eine Schülerin erreichte sogar die Traumnote 1,0. Die Preisträgerinnen sind: Anja Hansen in Chemie, Deutsch, Englisch Mathematik und Physik, sowie Marie Thais (Englisch), Janina Ekert (evangelische Religion), Laura Kautz (Gemeinschaftskunde), Sophia Rose (Geschichte), Lea Schütz (Sozialpreis), Leonie Heuser (Sport) und Enya Dietze (Wirtschaft). (jw)