Merle Krieger fasst in einem Song zusammen, was sie und viele ihrer Generation bewegt. Klima, Konflikte, Kritik. Die 13-Jährige aus Engen fordert in den selbstgeschriebenen Zeilen dazu auf, die Komfortzone zu verlassen – passend zum Song-Contest „Dein Song für eine Welt“, bei dem sie den Titel eingereicht hat. „Schreibt, singt, jammt, reimt oder rappt – und spielt dann Eure eigenen Songs ein. Über das, was Euch an unserer einen Welt am meisten bewegt: wo Ihr neugierig seid, optimistisch oder ratlos“, ermuntert Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, in der offiziellen Ausschreibung. Das Ergebnis von Merle Krieger ist nun online.

Es braucht nur eine Gitarre, ihre Stimme und ein bisschen Zeit, um aus ein paar Akkorden und Gedanken einen Song zu komponieren.

So beschreibt Merle Krieger ihren künstlerischen Prozess. Sie habe schon immer gesungen – auch wenn sich das früher nicht immer gut angehört habe, wie sie selbstkritisch gesteht. Seit der ersten Klasse nimmt sie Gitarrenunterricht. „Andere meditieren, ich mache Musik. Das ist für mich ein guter Ausgleich, um mich nach einem stressigen Schultag zu entspannen“, erklärt die 13-Jährige. Bis zum ersten Werk gab es dann aber doch ein paar Stolpersteine: Teils fehlte das Thema, teils die Melodie. Vor etwa 1,5 Jahren sei sie dann erstmals in der richtigen Stimmung gewesen, um Text und Melodie zu einem Song zu komponieren. „Die meisten waren ziemlich begeistert“, erinnert sich Merle Krieger an die ersten Rückmeldungen.

Video: Arndt

Thema beschäftigt sowieso – auch über 150 andere Teilnehmer

Auch mit dem Song „Our World“ möchte sie begeistern – sowohl die Jury des Wettbewerbs als auch das Publikum, das einen Favoriten ins Finale wählen kann. Beim Schreiben ihres jüngsten Werks haben Merle auch die engen Vorgaben des Songschreiber-Wettbewerbs geholfen: „Es ist ein Thema, das mich sowieso beschäftigt“, erklärt die 13-Jährige. Krieg und Flüchtlinge würden auch in der Schule besprochen und privat versuche sie zum Beispiel, Plastikmüll zu vermeiden. Auf den Wettbewerb stieß sie zufällig, wie sie erzählt: Erst habe sie einen Aushang in der Schule bemerkt, dann habe ein Lehrer sie darauf angesprochen. Ende April habe sie mit dem Komponieren begonnen. Nun misst sie sich mit über 150 anderen Teilnehmern.

Merle Krieger im Musikzimmer der Familie, hier steht auch ein kleines Aufnahmestudio.
Merle Krieger im Musikzimmer der Familie, hier steht auch ein kleines Aufnahmestudio. | Bild: Arndt, Isabelle

Ihre Leidenschaft für Musik ist ein Familienprojekt: Ein Kellerraum ist zum Musikzimmer und dank Mikrofon zu einem kleinen Aufnahmestudio geworden. Und um den Song gut abzumischen, hat ihr Vater Stefan Krieger eigens eine Software bedienen gelernt. „Ich wäre nicht da, wo ich jetzt stehe, ohne meine Eltern“, sagt Merle Krieger. Der Jungmusikerin geht es bei dem Wettbewerb, dessen Sieger eine Musikproduktion winkt, auch um wertvolle Tipps von Musikpaten wie Cassandra Steen: „Es wäre eine große Ehre, wenn die Jury sich meinen Song anhört“, sagt sie. Voraussichtlich im September werde sie ihre Platzierung erfahren.