Eigeltingens Bürgermeister Alois Fritschi ist die Gesundheitsversorgung seiner Bürger wichtig – nicht nur aus aktuellem Anlass. Gerne unterstützt er die Ansiedlung von Ärzten oder engagierte sich in der Vergangenheit auch dafür, dass die Zahnarztpraxis und die Apotheke weitergeführt wurden.

Für ihn gehört dies zur Grundversorgung der Bürger und ist keine Selbstverständlichkeit. Fritschi investierte dafür viele Stunden Arbeit und ist zufrieden: „Wir haben eine tolle ärztliche Grundversorgung“.

Zweitpraxis im „Lamm“

Denn Jürgen Kaufmann wird am 6. April seine Zweitpraxis im Gebäude des „Lamm“ eröffnen. „Bei zwei Praxen können sich die Teams gegenseitig unterstützen. Es ist keine Vergrößerung sondern vielmehr ein Backup für mich“, erklärt Kaufmann. Das Praxisteam könne viele Aufgaben auch ohne ihn erledigen. Corona helfe dabei, die Praxis auf das Bestellsystem umzustellen. Natürlich werden Akutfälle weiter behandelt. Die bestehende Praxis Freibauer bleibt in gewohnter Qualität bestehen.

2010 suchte Alois Fritschi eine Nachfolgerin für die Mauritius-Apotheke. Drei Jahre später kaufte die Gemeinde das Gebäude, damit die Apotheke weiter erhalten bleiben konnte. Nicht nur für ihn ist sie ein wichtiger Teil des Gesundheitsangebotes. Auch die Übergabe der Zahnarztpraxis unterstützte er im Hintergrund.

Noch kein Nachbarschaftshilfeverein

Neben Ärzten und der Apotheke gehören auch Hebammen, Physiotherapeuten und Pflegedienste zur gesundheitlichen Versorgung. Dazu kommt noch der DRK-Ortsverein Aach-Eigeltingen-Volkertshausen. Aktuell sind in Eigeltingen der id-Pflegedienst Hegau Ost und die Seniorenwohngemeinschaft „WG Unterdorf“ ansässig. Es gibt aber auch Pflegedienste von Stockach, die hier aktiv sind. Sowie die Dorfhelferinnenstation aus Steißlingen.

Bisher ist es dem Bürgermeister noch nicht gelungen, einen Nachbarschaftshilfeverein zu etablieren. Hier wird eng mit dem Sozialen Netzwerk Aach zusammengearbeitet. In Honstetten, Eckartsbrunn und Reute übernimmt die Katholische Frauengemeinschaft Krankenbesuche. In Eigeltingen gibt es den VdK-Ortsverein und den Rentnertreff „Jungbrunnen“, wo sich Senioren treffen und gemeinsam etwas unternehmen.

Pflegeeinrichtung in Planung

Doch das reicht dem Bürgermeister nicht. „Der Bedarf für Tagespflege ist da“, weiß er. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Lücke zwischen Bedarf und Angebot zu schließen. Darum plant er auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück, welches die Gemeinde für diesen Zweck erworben hat, eine Einrichtung für Pflegebedürftige.

Das könnte Sie auch interessieren

Gespräche mit privaten Anbietern, die hier bauen und die Pflegeeinrichtung betreiben, laufen bereits. Verkauft werde zu Bedingungen der Gemeinde. „Hier soll unter anderem Tagespflege, Betreutes Wohnen und eine Senioren-Wohngemeinschaft für 25 bis 30 Eigeltinger angeboten werden“, blickt Alois Fritschi in die Zukunft. Auch Beratung für Betroffene und Angehörige soll es geben. Damit gibt es auch für Eigeltinger Senioren eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.