Es sind Szenen, die man hierzulande sonst eher aus dem Fernsehen kennt: Weithin sichtbare Rauchschwaden ziehen über die Landesstraße 194 im Dreieck zwischen Orsingen, Nenzingen und Eigeltingen. Und ein Großaufgebot an Feuerwehren aus der ganzen Umgebung ist bei heißem Wetter bei der Arbeit, um den Brand im Gelände zu löschen. Das Feuer war auf einem Weizenfeld ausgebrochen und griff auf ein angrenzendes Waldstück über – so viel ist vor Ort zu erkennen. Die Einsatzkräfte waren gegen 15 Uhr alarmiert worden, berichten Feuerwehrleute an der Einsatzstelle. Es riecht deutlich nach Rauch, von einem guten Teil des Weizens sind nur noch schwarz verkohlte Stängel übrig.

Der verkohlte Weizen auf dem Feld zwischen Eigeltingen, Orsingen und Nenzingen. Im Hintergrund sind noch Rauchschwaden zu sehen, die aus dem Waldstück aufsteigen.
Der verkohlte Weizen auf dem Feld zwischen Eigeltingen, Orsingen und Nenzingen. Im Hintergrund sind noch Rauchschwaden zu sehen, die aus dem Waldstück aufsteigen. | Bild: Freißmann, Stephan

Großer Schaden entstand auch im Wald. Herbert Storz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, gibt die Einschätzungen eines Försters wieder: Etwa fünf Hektar Waldfläche seien demnach vernichtet worden. Der Schaden werde auf etwa 50.000 Euro geschätzt, so Storz weiter. In dem Waldstückchen an der Einmündung der Landesstraße 223 in die L194 lagere Holz, das dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sei, und es gebe dort viele junge Bäume. Südwestlicher Wind habe das Feuer in den Wald getrieben.

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Die Ursache des Brandes ist derzeit noch unklar. Polizeisprecher Storz sagte, es gebe keine Hinweise auf Brandstiftung. Bei dem derzeitigen heißen und trockenen Wetter genüge allerdings schon eine Glasscherbe, um genügend Hitze für ein Feuer zu bündeln.

Zahlreiche Feuerwehrleute aus mehreren Gemeinden sind im Einsatz, um den Brand in dem Wald bei Eigeltingen zu bekämpfen.
Zahlreiche Feuerwehrleute aus mehreren Gemeinden sind im Einsatz, um den Brand in dem Wald bei Eigeltingen zu bekämpfen. | Bild: Freißmann, Stephan

Feuerwehrleute aus Orsingen-Nenzingen, Eigeltingen und seinen Ortsteilen, Stockach, Steißlingen und Singen waren im Einsatz, um das Feuer zu löschen, erklärte Regina Glatt, Presse-Beauftragte der Eigeltinger Wehr. Einsatzleiter war der Eigeltinger Kommandant Ralf Martin. Aus dem Wald hätten einzelne Flammen gezüngelt und es habe kräftig geraucht, als die Feuerwehr eintraf, sagte sie.

Viele Landwirte helfen der Feuerwehr mit ihren großen Wasserfässern, um Löschwasser bereitzustellen.
Viele Landwirte helfen der Feuerwehr mit ihren großen Wasserfässern, um Löschwasser bereitzustellen. | Bild: Freißmann, Stephan

Gegen 17.15 Uhr konnte die Feuerwehr melden: Brand unter Kontrolle. Danach ging es für die Einsatzkräfte allerdings noch mit Nachlöscharbeiten weiter – es seien noch Glutnester vorhanden gewesen, erklärt Regina Glatt. Ein in der Nähe liegendes landwirtschaftliches Anwesen sei nicht gefährdet gewesen, weil es abseits der Zugbahn des Feuers gelegen habe.

Die Landesstraße 194 wurde zeitweise für den Verkehr gesperrt

Aufgrund der Zahl der Strahlrohre sei der Brand als Großbrand einzustufen, so Glatt weiter. Auch Autofahrer bekamen die Auswirkungen zu spüren: Zeitweise wurde die Landesstraße 194, in deren Richtung der Brand wanderte, von der Polizei für den Verkehr gesperrt. An der Straße seien auch Aschestückchen heruntergerieselt, erzählt Feuerwehrsprecherin Glatt.

Für die Drohneneinheit des Landkreises Konstanz war es der erste Einsatz.
Für die Drohneneinheit des Landkreises Konstanz war es der erste Einsatz. | Bild: Freißmann, Stephan

Der Waldbrand war auch der erste Einsatz für die Drohneneinheit des Landkreises Konstanz. Mit dem Fluggerät verschafften sich die Feuerwehrleute einen Überblick. Stationiert sei die Drohneneinheit zentral im Kreis im Stockacher Ortsteil Espasingen, sagte Julian Schmitt, der auch Kommandant der dortigen Feuerwehr-Abteilung ist.

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Mehrere Bürgermeister haben sich ein Bild vor Ort gemacht. Eigeltingens Verwaltungschef Alois Fritschi sagte: „Wir sind dankbar und stolz, dass die Feuerwehren in unseren Gemeinden so schlagkräftig sind.“ Die Einsatzkräfte hätten mit großem Engagement ehrenamtlich geholfen.