Das öffentliche Interesse ist groß, wie es mit der Gestaltung von Münchhöf weitergeht. Ein Investor möchte laut Bauanfrage neun Wohneinheiten in drei Gebäuden schaffen. Doch daraus wird nichts, nachdem der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen hat. Zuvor war auf dem Grundstück ein Gasthaus.

Bürger sammelten Unterschriften

Als die Mitglieder des Gemeinderats bereits das erste Mal über das Thema diskutierten, waren zahlreiche Bürger zu der Versammlung gekommen und überreichten Bürgermeister Alois Fritschi eine Unterschriftenliste. Sie sorgen sich um ihren Ort. Der Rat lehnte damals die Bauvoranfrage im Nordosten ab. Die Verwaltung suchte daraufhin den Kontakt zum Investor, um für eine kleinere Variante zu werben.

Bürgermeister Alois Fritschi ist überzeugt: Falls junge Familien nach Münchhöf ziehen, muss es auch einen Spielplatz geben.
Bürgermeister Alois Fritschi ist überzeugt: Falls junge Familien nach Münchhöf ziehen, muss es auch einen Spielplatz geben.

Nun gelangte das Thema zum zweiten Mal in die öffentliche Sitzung des Gemeinderats, und wieder waren etwa 30 Bürger mit dabei. Ihnen brennt das Thema weiterhin unter den Nägeln. Da die Verwaltung beim Investor wohl keine kleinere Bebauung erreichen konnte und die Münchhöfer die massive Veränderung ihres Dorfes nicht wollen, soll nun das gesamte Gebiet überplant werden. Das bedeutet: Der Gemeinderat hat die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet beschlossen und bis zu dessen Rechtskraft gilt eine Veränderungssperre. Es darf so lange also baulich nichts verändert werden. Das eröffnete die Möglichkeit, das erneut eingereichte Baugesuch nun auf einer juristisch klaren Grundlage ablehnen zu können. Die Ortsverwaltung betonte in der Sitzung, es gehe ihr nicht um ein Verhindern, die Dorfentwicklung solle durchaus vorangetrieben werden. Die Veränderungssperre betrifft auch die beiden anderen Anlieger im Gebiet „Münchhöf Nordost“.

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Bei der Weiterentwicklung des Dorfs könnte ein neuer Bautypus helfen. Aktuell definiert die Landesbauordnung das Dorfgebiet oder das Dörfliche Wohngebiet so, dass neben Wohnen auch Gewerbe inklusive Landwirtschaft gehört. Das würde strukturell zu Münchhöf passen. Damit wäre auch die bestehende Nutzung innerhalb des überplanten Gebiets geschützt. Denn neben dem aufgegebenen Gastronomiebetrieb gibt es nur noch einen landwirtschaftlichen Betrieb. Münchhöf würde andernfalls zu einem reinen Wohngebiet. Was dem Landwirt die Arbeit erschweren könnte, da andernorts von Seiten Nachbarn in reinen Wohngebäuden immer wieder gegen Lärm-, Geruchs- und Staubemissionen geklagt wurde, was für den ländlichen Raum allerdings normal ist. Bürgermeister Fritschi hofft, dass sich ein neuer Investor mit einem dann passenden Konzept für das Grundstück meldet.

Bis dahin soll auch geklärt sein, ob die angrenzende Tannenbergstraße eine historische Straße ist und damit von der Kommune ausgebaut werden muss. Wäre sie lediglich als Weg definiert, müsste ihn dann der zukünftige Bauherr ausbauen. Bisher wurde das Gastronomie-Gebäude über den Hirschenweg angefahren. Künftig gelte, auch die Müllabfuhr zu bedenken. In diesem Zug kann auch das Leitungsrecht geklärt werden. Falls junge Familien nach Münchhöf zögen, müsse auch ein Spielplatz ausgewiesen werden, denn bisher gibt es hier keinen, erklärte Bürgermeister Alois Fritschi.

Der Gemeinderat diskutierte über die Rahmenbedingung, wie künftig in Münchhöf Nordost bebaut werden kann. Die Grundflächenzahl alleine reiche nicht aus, es gehe auch um die Einwohnerzahl pro Hektar. Der Regionalplan sieht für Eigeltingen 50 Einwohner pro Hektar vor, mit angemessener Nachverdichtung seien 90 Einwohner pro Hektar denkbar. Die Ratsmitglieder wünschen, dass Bauherren sich an den ortstypischen zweigeschossigen Bauernhäusern orientieren.