Das interkommunale Glasfasernetz von Eigeltingen und Mühlingen befindet sich auf der Zielgeraden. Im Sommer ist die offizielle Inbetriebnahme geplant. Der Eigeltinger Bereich ist bis auf drei Weiler, wo es Probleme mit der Telekom gibt, komplett. In Mühlingen laufen die letzten Schritte noch.

Bürgermeister Alois Fritschi verkündet nach einem jahrelangem Kampf um eine bessere Breitbandverbindung „stolz und glücklich“, dass die Gemeinde Eigeltingen nun erfolgreich an das Glasfasernetz angeschlossen sei. Er dankt ausdrücklich der Partnergemeinde Mühlingen, ohne die das interkommunale Glasfasernetz nicht möglich gewesen sei.

Die Gemeinschaftsschule werde ab dem 5. Juni Zugang zum schnellen Internet haben. Auch die Gewerbetreibenden in den Gewerbegebieten können nun unter guten digitalen Voraussetzungen ihre Betriebe führen, ebenso die Aussiedlerhöfe. Nur in Guggenhausen, Glashütte und Eckartsbrunn müssen die Nutzer noch etwas warten. In diesen Eigeltinger Ortsteilen liegt schon Glasfaser. Doch da die Telekom sich weigert, Verteilerkästen zu setzen, müssen die Haushalte direkt angeschlossen werden (siehe unten).

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Sechs Millionen Euro investiert

Die Kosten belaufen sich auf rund 850 000 Euro. Ein Zuschuss vom Bund in Höhe von 412 500 Euro wurde in Aussicht gestellt. Nach positiven Haushaltsberatungen für 2021 kann mit dem Bau begonnen werden. „Ich danke dem Gemeinderat und allen Ortsvorstehern für den großen Mut und die bedeutenden Investitionen in das über sechs Millionen Euro teure Zukunftsprojekt“, sagt Fritschi. Er fügt an, dass es das finanziell umfangreichste Projekt der Gemeindegeschichte sei.

Der Mühlinger Bürgermeister Manfred Jüppner freut sich, dass der Glasfaserausbau nun fast geschafft ist. „Der große Wurf in Mühlingen kommt im August. Wir dürfen auf der Zielgeraden die Geduld nicht verlieren. Das Ziel ist in Sicht und wir dürfen Freude empfinden“, sagt er. Es sei nicht glücklich, dass es sich verzögert, „aber wir sind noch im jüngsten Zeitplan“. Neben Glasfaser-Internet über die neuen Leitungen werde es auch Ausnahmen geben, wo die schnelle Verbindung über Kupfer möglich sei, erklärt er.

Glasfaser und Gas im Parallelausbau

In Mühlingen sei es so, dass neben Glasfaser auch durch die Thüga Gasleitungen verlegt worden seien. Jüppner weist auch noch darauf hin, dass vielleicht nicht jeder tatsächlich Glasfaser wolle. Manche seien auch mit der derzeitigen Internetverbindung zufrieden. Auf jeden Fall werde es über kurz oder lang rund 95 Prozent Abdeckung geben. „Das ist schon etwas Gewaltiges“, fasst er das Ausbauprojekt zusammen, das mehrere Jahre gedauert hat. Er habe sich erst am Dienstag nochmal die Pläne der Thüga angeschaut: „So wie es aussieht, sind wir gast in jeder Straße drin.“

Zur Zusammenarbeit mit Eigeltingen erklärt Jüppner, dass es gemeinsame Zuschussanträge beim Land gegeben habe. Die Gemeinden seien zu 98 Prozent überplant worden. „Bei uns wird jeder Hof am Glasfaser sein“, sagt er zu Mühlingen. Höchstens ein oder zwei würden fehlen. Wer nicht sofort an Glasfaser komme, habe auch die Möglichkeit zunächst von Netcom über Kabel schnelles Internet zu erhalten und dann später auf Glasfaser umzustellen, erläutert er.

Corona-Krise bremst Monteure aus

Und warum dauert es in Mühlingen eigentlich länger? Einerseits habe es wohl Lieferschwierigkeiten gegeben, so Jüppner. Andererseits durften wegen Corona die Monteure nicht in die Häuser. „Jetzt gehen sie wieder rein“, sagt er. Das sei bei der Thüga mit den Gasanschlüssen in den Häusern auch so gewesen. Hinzu komme noch, dass es auch Nachzügler gegeben habe: „Wenn der Bagger in der Straße vor dem Haus stehe, will man einen Anschluss. Wir haben versucht, darauf zu reagieren“, umreißt es Jüppner. Insgesamt fasst er zusammen er: „Wir freuen uns, dass es wird. Und wir freuen uns für Eigeltingen mit.“

Die Netcom BW ist in beiden Gemeinden der Internet-Provider, über den die Kunden die Verträge abschließen können. Jüppner weist darauf hin, dass die Laufzeiten von bestehenden Verträgen beim alten Provider berücksichtigt werden müssen. Wer ganz dringend die schnelle Verbindung wolle, könnte diese zwar auch schon erhalten, müsste dann aber aber zwei Verträge parallel bezahlen.

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